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„Wir arbeiten mit höchster Effizienz an den falschen Themen.“

Das Titelzitat stammt von Prof. Dr. Günther Bachmann aus einem Vortrag, den er am 29. Juni 2018 an der HafenCity-Universität im Rahmen der Tagung ‚Netto-Null Flächenverbrauch‘, die gemeinsam vom BUND und der HCU organisiert wurde,gehalten hat.

https://www.bund-hamburg.de/fileadmin/hamburg/Themen/Flaechenschutz/Fachtagungen_Flaechenschutz_2016_17/BUND-HCU-Tagung_Programm_29-6-2018.pdf

Darüber möchte ich hier kurz berichten, wobei allerdings der Inhalt der Vorträge nur in einem Abriß erwähnt werden kann.

Etwas später werden, genau wie im letzten Jahr, die einzelnen Vorträge und die Power-Point-Präsentationen veröffentlich werden, deren Links wir dann von BUND bekommen werden. Da kann dann jeder Interessierte die einzelnen Beiträge selber nachlesen.

Ich werde diese natürlich HIER im Blog dann verlinken.

Professor-Bachmann

Herr Prof. Bachmann hat noch ein weiteres sehr markantes Zitat gebracht:

„Wir wachsen (planen) uns ARM.“

Hier die Internetseite des Rates für Nachhaltige Entwicklung, in dem Bachmann der Generalsekretär ist.

https://www.nachhaltigkeitsrat.de/

Es gab noch weitere sehr erhellende und unterhaltsame Zitate von ihm, aber leider gibt es kein Skript dieses frei gehaltenen Beitrages, aber man darf feststellen, daß der Herr den derzeitigen Planungen und Entwicklungen extrem kritisch gegenüber steht.

Und beide Zitate stehen genau für das, was auch wir hier in Rahlstedt hautnah erleben müssen.

Überhaupt wurde unser Problem ‚Rahlstedt 131‘ ziemlich oft erwähnt, denn es ist ein ‚gutes‘ Beispiel dafür, wie zwar gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahmen versprochen aber NIEMALS umgesetzt wurden.

Und aus dem Vortrag von Dr. Michael Melzer stammt diese Grafik, die sich mit der Behauptung deckt, wir würden uns ARM planen!

BaugebieteRechnenSichNichtFuerDieKommunen
Das wissen wir eigentlich schon lange, zumal es massenweise freie Gewerbeflächen gerade im Gebiet Wandsbek gibt, für die man keine Landschaftsschutzgebiete platt machen muß.
Diese Zahlen und Daten kann man HIER im Blog nachlesen.

Anfangs gab es noch kurze Statements der Vorsitzenden des BUND Maren Jonseck-Ohrt und Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg.

Letzterer erklärte noch einmal die Volksinitiative ‚Hamburgs Grün erhalten‘, was keinesfalls als Konkurrenz zum BUND gemeint sei. Man habe eben eine Art Arbeitsteilung.

https://hamburg.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/stadtentwicklung/gruen-erhalten/index.html

Danach ging es dann zum ‚ernsten Teil‘ des Tages über, nämlich den Fachvorträgen, die einigermaßen gemischt ausfielen. Einige waren eher in den Bereich ‚Polit-Propaganda‘ einzuordenen, wie zum Beispiel der von Margit Perdersen von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen.

Dazu gehörte aber auch der Beitrag von Kay Gätgens, dem Bezirksamtsleiter von Eimsbüttel, der uns die tollen Planungen für ein Eimsbüttel 2040 darstellte.

Aber es gab natürlich auch die Beiträge, die sich deutlich kritisch mit den Planungen und den Realitäten auseinandersetzten, wie vor allem der von Manfred Braasch von BUND Hamburg, der diese Tagung mitorganisiert hatte.

ManfredBraasch

Die beiden Grafiken ganz oben, die die drastische Entwicklung bei der Flächenversiegelung allein in Hamburg deutlich zeigen, stammten auch aus seinem Beitrag.

Man kann diese jederzeit auf http://www.hamburg.de/flaechenversiegelung ansehen.

FlaechenversiegelungHamburg

8 mal die Fläche der Außenalster wird in Hamburg derzeit jedes Jahr versiegelt! Das ist schon ziemlich eindrucksvoll.

Vor allem sprach er sehr überzeugend die Zielkonflikte an, die dem Flächensparen entgegen stehen.

Zielkonflikte

Und daß das nicht in der Praxis umgesetzt wird, sieht man drastisch an den Grafiken am Anfang!

Und auch bezüglich unseres Problems waren die Fakten aufschlußreich, obwohl wir das natürlich eigentlich schon wußten.

AusgleichsflaechenRahlstedt105-Umsetzung

18 lange Jahre wurde hier NICHTS getan, um die angeblich gesetzlichen Vorschriften tatsächlich umzusetzen! Und jetzt werden sie einfach mit Rahlstedt 131 überplant und es gibt neue Versprechungen, die wahrscheinlich dann auch nicht gehalten werden.

Viel Vertrauen in die Politik und die Verwaltung ist jedenfalls keineswegs angesagt!

‚Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.‘

BUEGutachten-UmsetzungAusgleichsflaechen

In einer EIGENEN Untersuchung hat die BUE (Behörde für Umwelt und Energie von Senator Kerstan, GRÜNE) feststellen müssen, daß mehr als die Hälfte aller Ausgleichsflächen-Umsetzungen nur mäßig bis GAR NICHT umgesetzt wurden, darunter Rahlstedt 105!

In den Beitrag von Prof. Dr. Alain Thierstein gab es einige spannende Zahlen in Sachen Flaechenverbrauch auf verschiedenen Ebenen, wie zum Beispiel dem Wohnungsbau oder den verschiedenen Verkehrsarten.

AlainThierstein

Zunächst beschäftigte er sich mit der zunehmend größer werdenden Wohnfläche pro Kopf und der deswegen bebauten Fläche.

Flaechenversiegelung1960-2012Wohnraum

Da sehen wir, daß die mit Wohnraum zugebaute Fläche in Hamburg 1960 erheblich geringer war, als 2012, obwohl es damals WENIGER EINWOHNER gab!

Die Anspruchshaltung der Wohnungssuchenden wurde also immer größer in Sachen Quadratmeter! So zum Beispiel der Trend zum Einfamilienhaus!

Wie ich schon in einem Beitrag geschrieben habe, wird sich der Trend wieder umkehren MÜSSEN, weil die zu bebauende Fläche immer geringer und auch teurer wird.

Warum das so ist, fragte mal DIE ZEIT den Stararchitekten Koolhaas, der diesen Trend auf das Konsumverhalten und den Druck auf die Menschen zurückführte.

Zitat-RemKoolhaas

Hierzu paßt noch ein Filmchen, das wohl auch mit dem BUND zusammen erstellt wurde und vor allem Kindern zeigen soll, wie man Flächen sparen könnte, wenn man Wohnraum bauen möchte.

Allerdings vergessen die ein wenig, daß die Menschen ein eigenes Haus vorziehen, weil sie dort tatsächlich einigermaßen ungestört leben können.

In Reihenhaussiedlungen oder Mehrgeschoßhäusern hat man keinerlei wirkliche Freiheiten!

Und DAS ist ihnen dann schon etwas mehr Geld wert.

Und dann war da noch sehr interessant der Flächenverbrauch durch Verkehrsmittel, was nur bedingt im Focus der Meinungen steht, außer vielleicht dem tatsächlichen Verkehrswegebau, wie Straßen, Schienen etc.

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Diese Grafik stammt von der Seite: https://www.zukunft-mobilitaet.net/78246/   Allerdings scheinen mir die angegebenen Geschwindigkeit für Innenstädte kaum zu erreichen.

Nach meinen Erfahrungen über den Bordcomputer meiner Taxen liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit selbst nachts keinesfalls über 25 km/h. Tagsüber sogar deutlich unter 20!

Und für ein Rad, wie mir einige Radler sagten, sind 30 km/h schon mehr als schnell!
immerhin ist es erstaunlich, daß auch ein Rad einen ziemlich großen Flächenverbrauch hat!

In einem Vortrag von Dr. Philine Gaffron von der TUHH wurde zum Beispiel angesprochen, daß etwa 36% der Siedlungsflächen in Hamburg vom VERKEHR eingenommen werden!

Und auch die Verkehrsbelastung wird immer größer, obwohl die Zahl der PKW weniger wird, dafür aber die Zahl der Zulieferfahrzeuge wegen des Onlinehandels, vor allem auch wegen der vielen Rücksendungen!

Hier ein Foto, das sie selber in einer Straße in Eimsbüttel gemacht hat, zugestellt von drei Zulieferfahrzeugen!

 

Zulieferverkehrsproblem

Sie hat dann auch versucht, ein paar Alternativen für innerstädtischen Zulieferverkehr aufzuzeigen, wie Elektroräder etc.

Und Dr. Julian Petrin von der Firma Urbanista in Hamburg sprach dann noch mal die vielen Konflikte an, die einer Innenverdichtung entgegen stehen.

JulianPetrin

Flaecheninnenentwicklung-KaumMehrMoeglich

Wie ich in meinem Beitrag ‚Mit Stadtverdichtung zu Ghettos und Bürgerkrieg‘ schon hingewiesen habe, sind viele Grünflächen essentiell für eine gute Lebensqualität, was in den Vorträgen durchaus immer wieder angesprochen wurde, aber da die Flächen nun mal endlich sind, kann man NICHT in gleichem Maß wie man Flächen vernichtet, Grünflächen schaffen!

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/07/19/danke-mit-stadtverdichtung-zu-ghettos-und-buergerkrieg/

Lohsepark
Lohsepark in der Hamburger Hafen City (Foto: SHZ.de)

Dieser Park hier oben wird immer gerne als Beispiel herangezogen, daß man in Hamburg ja auch NEUE GRÜNFLÄCHEN schafft! Aber so ein Park ist zwar GRÜN, aber trotzdem kaum erholungswirksam! Viel zu korrekt geplant, um sich da wohl zu fühlen. Selbst in 20 Jahren wird er nicht wirklich heimelig sein.


Ganz abgesehen von der Tatsache, daß man dort den HANNOVERSCHEN BAHNHOF zerstört hat, der eigentlich ein Museum für die Juden-Deportation hätte werden sollen, denn von hier aus wurden fast alle Hamburger Juden deportiert!

Der Hanoversche Bahnhof 2

Die Unterschrift meines Fotos von 2007 beschreibt den damaligen Stad der Planung, aber die Schlickfinger der Bodenspekulation haben das verhindert! Heute gibt es da nur eine winzige Gedenktafel.

 

Und dann war da noch die Abschlußdiskussion, an der neben einigen Vortragenden auch unser Hamburger Umweltsenator Kerstan teilnahm.

Enddiskussionsrunde

Die Diskussion von etwas über 1 Stunde Dauer kann man HIER nachhören und sich runterladen!

https://www.dropbox.com/s/k0t96l4ak2j40v4/BUNDTagung290618AbschlussDiskussion.m4a?dl=0

Dabei fiel besonders auf, daß unser guter Senator nahezu die ganze Zeit mit einem GRINSEN dasaß, daß ich mich fragte, ob der Mann geistig überhaupt anwesend sei?

Und er gab auch ein paar erhellende Antworten, zum Beispiel daß Rahlstedt 131 eine FEHLPLANUNG sei!

Dazu noch die Teilnehmer, die wir noch nicht bildlich kennengelernt haben, wie Kay Gätgens.

KayGaetgens

Herr Berthold Eckebrecht, der Vizepräsident der Hamburger Architektenkammer.

BertholdEckebrecht
Und dann noch der Gastgeber Prof Jörg Knieling von der HCU. Er gab vor allem Jens Kerstan wirklich gut Kontra!

JoergKnieling

 

 

 

 

 

 

 

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Metropolregion Hamburg: Die BIG-BANG-THEORIE der Landschafts- und Stadtplaner!

Am 16. Juni 2017 fand in der Hafen City Universität eine Fachtagung statt, die sowohl von der Uni selber, als auch vom BUND organisiert wurde.

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http://bund-hamburg.bund.net/themen_projekte/flaechenschutz/fachtagung_metropolregion_hamburg_ohne_plan/

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Hier auch noch mal der Flyer zum Programm der Tagung, der sich allerdings ein wenig änderte, weil einige Referenten erkrankt waren.

http://bund-hamburg.bund.net/fileadmin/bundgruppen/bcmslvhamburg/Proj0_Flaechenschutz/Fachtagung_2017/BUND-HCU-Tagung_Programm_16-6-2017.pdf

Es nahmen etwa 250 Personen daran teil, darunter allerdings nur sehr wenige von Bürgerinitiativen. Von uns war NUR ICH anwesend, was ich etwas erschreckend fand. Immerhin war hier mal die Möglichkeit gegeben, im Naturschutz wichtige Personen direkt zu treffen und anzusprechen.

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Nun ja, mal davon abgesehen: War es tatsächlich wert, dort hinzugehen und 20 Euro Tagungsgebühr zu zahlen?

Die Versammlung stand unter der professionellen Leitung von Silke Inselmann, die für eine Beratungsfirma in Göttingen arbeitet.

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Sie machte ihre Aufgabe recht ordentlich, wenn wir mal davon absehen, daß selbst bei einer solchen Veranstaltung ein gewisses Kindergarten-Prinzip vorherrschte, das wir schon von der ‚Großen Heite‘ und der Firma TOLLERORT her kennen.

Aufstehen, um festzustellen, wer aus welchem Grund da ist. Aber das ging ja noch. Richtig kritisch wurde es, als nach der Mittagspause alle aufstehen, in die Händchen klatschen und die Arme hochrecken sollten! DAS sei das WOHLFÜHLPAKET für den Biorhythmusses  für die zweite Hälfte des Tages. Dazu noch irgendwelche Handmuskeln drücken, um Kopfschmerzen vorzubeugen. DAS scheint zwar ein moderner Trend zu sein bei solchen Treffen, hat aber für mich immer den Eindruck, in einem Kindergarten zu sein, der gefüllt ist mit Menschen, die von ihrer Intelligenz sicherlich überzeugt sind.

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Leider konnte ich meine Kamera nicht so schnell aktivieren, um das Händchenheben noch zu dokumentieren. Nun ja.

Mein Fazit dieser Tagung dürfte Folgendes sein:

Wenn wir das Thema zugrunde legen ‚Metropolregion Hamburg ohne Plan?‘ stelle ich mal ganz sachlich fest, daß das Thema weitgehendst VERFEHLT wurde!

Das hört sich etwas brutal an, aber wenn ich die allermeisten der Vorträge zugrunde lege, so waren diese eine reine WERBEVERANSTALTUNG für die ‚Arbeit‘ der Metropolregionen, egal ob der von Hamburg, von München, Stuttgart oder Düsseldorf.

Trotzdem war ich deswegen dort, weil ich mal ein paar Herrschaften ansprechen konnte, die auch mit unserem Problem befaßt sind oder sein sollten, wie zum Beispiel die Chefs des BUND Hamburg.

In allen Beiträgen wurde geradezu überschwänglich die geradezu fantastische Arbeit und die innovativen Projekte über den grünen Klee gelobt, was schon eher ein wenig nervig war, zumal festgestellt werden mußte, daß alle diese Arbeiten zwar toll klingen, aber in gar keiner Weise irgendwie bindend für die Regierungen dort seien!

Es kamen schon gelegentlich ein paar kritische Gedanken durch, aber eigentlich klang Alles nach eitel Freude und Sonnenschein! Muß ja wohl auch, sonst hätten die Mitarbeiter dort ja keine Existenzberechtigung.

Haben sie wahrscheinlich auch nicht, denn, so wie ich das sehe, arbeiten sie Pläne aus, die nahezu Nirgends tatsächlich irgendwann einmal umgesetzt werden. Aber diese Stellen sind alle hoch dotiert! 

Und nach unseren Erfahrungen greifen Politik und Behörden immer dann zu diesen Arbeiten, wenn es ihnen in den Plan paßt, tut es das aber nicht, behauptet man, daß diese Arbeiten eben nicht bindend seien. Das Gleiche betrifft übrigens auch die IHK und die Wirtschaftsfördergesellschaften in Hamburg oder Stormarn.

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Herr Braasch faßte das in seinem Vortrag in dieses Zitat, das aus einem Brief an den BUND stammt.

Überhaupt gab es eigentlich NUR ZWEI Vorträge, die zum Thema paßten: Der von Prof. Dr. Jörg Knieling von der Hafen City Universität und der von Manfred Braasch vom BUND!

Dieses waren DIE EINZIGEN Beiträge, in denen tatsächlich Kritik an der Arbeit der Metropolregion Hamburg und der Regierung geäußert wurde.

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Herr Knieling von der HCU hielt seinen Vortrag nicht nur humorvoll, sondern sparte auch nicht mit Kritik, wie er es ja auch schon in Zeitungsartikeln getan hat.

Siehe hier zum Beispiel:

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/02/26/flaechenfrass-ohne-ende-sind-die-gruenen-denn-nie-satt/

Zum Beispiel erklärte er, daß der Plan des Senats, in Hamburg PRO JAHR 10.000 Wohnungen zu bauen, schon nach kurzer Zeit zu riesigen Problemen führen wird!

Die ersten Flächen würden noch vergleichsweise einfach zu finden und zu rekrutieren sein, aber schon nach wenigen Jahren wären diese ausgereizt. Spätestens dann würde es gigantische Probleme geben, solche Flächen nicht nur zu finden, sondern diese dann auch der Bevölkerung erklärbar zu machen!

So etwas könne man NUR dadurch lösen, daß es eine GEMEINSAME SIEDLUNGSPLANUNG innerhalb der Metropolregion geben müsse, die es bis heute nicht gibt. Dazu ebenfalls die Flächennutzung allgemein und die Verkehrsstrukturen. Davon sei man aber weit entfernt.

Schon DESWEGEN sei die METROPOLREGION HAMBURG ein ZAHNLOSER TIGER!

Weiterhin müsse man begreifen, daß die Nutzung von innenstadtnahen Flächen letztlich erheblich billige sei, als die im Umlang. Dort ist ja schon die Infrastruktur vorhanden.

Ein bißchen kritisch ließ sich auch Detlef Gumz vernehmen. Er sprach für den Landkreis Harburg, als den Bereich der MRH, der sich unmittelbar südlich unserer Stadt anschließt.

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Dem Kreis Harburg geht das Land aus! Gemeint war, daß es keinerlei Ausgleichsflächen mehr gibt, die man im Falle der Ansiedlung neuer Gewerbegebiete etc. nutzen könne. Woher sollten diese auch kommen?

Sehr kritisch äußerte er sich zum Beispiel über die Logistik-Halle von Amazon, die irgendwo 700 m lang und 90 m breit sei. Damit also eine geradezu Unmenge von Fläche gefressen hat.

Der Vortrag von Manfred Braasch war leider viel zu kurz, um wirklich die nennenswerten Probleme auch nur anzusprechen, aber er gab sich Mühe, dem Zentralthema gerecht zu werden.

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Herr Braasch ist hier links zu sehen neben Alexander Porschke vom NABU.

Hier zeigte er zum Beispiel eine Karte, auf der der besiedelte Teil Hamburg einmal oben links um 1960 und unter rechts um 2000 zeigte.

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In den 60er Jahren hatte Hamburg schon einmal etwa 1,8 Mio. Einwohner. In der Zwischenzeitlich sank die Zahl auf nahezu 1,6 Mio. und liegt heute wieder bei etwa 1,82 Mio.

Trotz der nahezu gleichen Bevölkerungszahl nutzt diese jetzt eine erheblich größere Fläche, als in den 60ern! Vor allem im Bereich westlich von Hamburg, also zum Beispiel in Wedel oder Richtung Pinneberg ist das auffällig.

Als Erklärung dafür werden die gestiegenen Ansprüche der Bevölkerung genannt, die heute erheblich größeren Wohnraum haben möchte, als damals.

Dazu muß ich allerdings einwenden, daß es sich dabei nur um den relativ kleinen Teil handeln kann, der sich eben auch große Wohnungen oder Häuser leisten kann. Wie sagte es mal ein Juppie aus Eimsbüttel in meiner Taxe? „Also, unter 135 qm könnte ich nie leben.“

Ein paar weitere Grafiken waren interessant:

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Hier etwa zeigt er, daß zwar irgendwie ALLE GEGEN einen großen Flächenverbrauch sind, trotzdem aber offensichtlich Niemand etwas wirklich dagegen tut!

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Auf dieser Grafik zeigt er uns, daß es KEINEN tatsächlichen Zusammenhang zwischen dem Wachstum und der Flächenversiegelung in der MRH (ohne Hamburg selber) gibt. Der blaue Balken zeigt den Gesamt-Flächenverbrauch (ohne Hamburg) und daneben den tatsächlichen Bevölkerungszuwachs. Schließlich ist das bei den Politikern ja immer eines der Hauptargumente, warum man Flächen verbrauchen muß!

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Und auch die Sache mit einem ständigen Wohnungsbau MUSS man kritisch sehen, denn gerade in Stormarn wächst der Anteil der Bevölkerung über 65 in den nächsten Jahren drastisch, die dann zumindest keinen Arbeitsplatz mehr bräuchten!

So ähnlich dürften die Zahlen auch für Hamburg aussehen, es sei denn, man läßt tausende von Zuwanderern in die Stadt, nur um die Einwohnerzahl wieder zum Wachsen zu bringen.

Aber ob das letztlich zum Wohle der Stadt wäre, lassen wir lieber dahingestellt.

Und in dem kleinen Feld rechts sehen wird die neueste Statistik zur Bevölkerungsentwicklung für ganz Deutschland, die bis 2060 einen Rückgang um 13 Mio. Menschen ausweist!

Das würde bedeuten, daß alle diese Planungen eigentlich völlig sinnfrei sind, wenn man die mittelfristigen Entwicklungen berücksichtigt!

Noch ein ganz witziger Aspekt, der mir bisher nicht geläufig war.

In einem anderen Vortrag erklärte uns der Vortragende (Herr Gumz?), das B.A.N.A.N.A.-Prinzip!

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Leider ist das etwas unscharf, aber man kann es lesen.

Dieses Prinzip basiert aber, wie ich schon etwas weiter ober schrieb, NUR darauf, daß DIE REICHEN STADTTEILE dieses pflegen. In den ärmeren und problematischen gehen die Politik und die Verwaltung davon aus, auf keinen Widerstand zu stoßen.

Allerdings darf man als Zuhörer feststellen, daß es zwar immer die gleichen Leute sind, die uns STADTVERDICHTUNG und DAS DENKEN AN DAS GROSSE GANZE predigen, dieses aber keinesfalls bei sich zuhause vor der Haustür oder im Vorgarten dulden würden!

Wie sagte es Einer: ‚Neuen Wohnungen ziehen Menschen an. Neue Straßen Verkehr.‘

Die Podiumsdiskussion am Ende war ziemlich unterhaltsam

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Vor allem die Aussagen des Herrn Pollmann von den GRÜNEN und Mitarbeiter der BUE (zweiter von links). In der Mitte Herr Knieling, dann Herr Brüning aus Norderstedt und Herr Braasch von BUND.

Diese Diskussion kann man von mir bekommen. Sie ist allerdings etwa 45 Minuten lang. Auf Wunsch schicke ich sie jedem gerne zu.

Dank einer Frage von mir (die allerdings immer nur einesammelt und dann anonym vorgetragen wurden), kam auch unser Problem mit Rahlstedt 131 zur Sprache.

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Herr Pollmann (rechts) war sich auch nicht zu schade, den Bereich Rahlstedt 131 als AUFWERTUNG DER NATUR zu bezeichnen und wiederholte eigentlich nur die sattsam bekannten Phrasen der GRÜNEN.

FAZIT:

Wenn man den meisten Vortragenden glauben darf, so können wir nahezu alle Probleme prima dadurch lösen, daß wir uns besser kennenlernen und intensiver kommunizieren. Auch die Bevölkerung soll da eng mit der Verwaltung zusammenarbeiten!

WAS DAS bedeutet, haben wir ja hautnah in Großlohe erlebt! Da MÜSSEN bei den Bürgern alle Alarmglocken läuten, wenn man so etwas gesagt bekommt.

WORTE SIND WOHLFEIL, nur glauben möchte man sie nicht!

Die Krönung war für mich, als die Dame aus München zu der Überzeugung gelangte, man müsse nur SCHAFSKOPF spielen lernen, und schon lösten sich alle Mißverständnisse in Wohlgefallen auf.

OK, dazu gab es eine kleine Geschichte, aber es war die Quintessenz dieser.

Wenn man den Herrschaften der Metropolregionen glauben darf, so könnten diese eben doch einigermaßen problemlos Flächen hervorzaubern, um alle diese Pläne durchzusetzen. Man muß es eben nur wollen und besser kommunizieren.

Ich nenne das jetzt mal

DIE BIG-BANG-THEORIE DER STADT- und LANDSCHAFTSPLANER:

AUS NULL FLÄCHE WIRD MASSENWEISE FLÄCHE!

Und ein kleines Trostpflaster am Ende der Veranstaltung:

Ich fuhr noch einmal mit dem Fahrstuhl ganz nach oben und durfte feststellen, daß die HCU ganz im Sinne der GRÜNEN und des Fortschritts BEGRÜNT wurde!

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