Werden wir von der Umweltbehörde hinters Licht geführt ?

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Foto: Nadine Ahrenholdt

Als Reaktion auf den vom BUND erreichten zeitweiligen Baustopp im Bereich des Victoria- und Minerva-Parks schrieb die Hamburger Umweltbehörde aus der Webseite http://www.hamburg.de Folgendes:

https://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/12764020/2019-07-12-bue-planung-gewerbegebiet-rahlstedt/?fbclid=IwAR2CyQi7fSWRW8L-wa27_9F2AHYSo0odKv5-sh8Rnx6Ui83ks32Gh0pYDhQ

Planung für Gewerbegebiet Rahlstedt läuft unverändert

Da es einen umfassenden Ausgleich geben wird, hatte die Umweltbehörde im Januar dem Bauvorhaben auf den geschützten Flächen zugestimmt und im Juli auf Antrag des Investors die sofortige Vollziehbarkeit angeordnet. Die betroffenen Flächen waren vor den Bauarbeiten durch Biologen auf das Vorkommen von geschützten Tierarten untersucht worden. Für die Bereiche, in denen z.B. Brutnachweise von heimischen Vögeln erbracht wurden, wurden die Arbeiten bislang untersagt. Die Flächen wurden zudem auf Amphibienvorkommen untersucht, es wurden Amphibienschutzzäune zu den benachbarten Gewässern aufgestellt. Die Umweltbehörde geht weiterhin davon aus, dass der Bau des Gewerbegebiets Rahlstedt/Victoriapark naturschutzfachlich rechtmäßig ist und ist davon überzeugt, dass dies auch in der Sachklärung vor Gericht bestätigt wird.

Zunächst einmal betrachten wir uns kurz die Lage vor Ort, wie sie sich am 21. Juli ergeben hat.

Damit wir uns aber erst einmal darüber klar werden, WO das Ganze sich abspielt, hier eine Karte des fraglichen Gebietes.

Karte-Biotop-Schutzzaun

Alle folgenden Fotos wurden von unserer aufmerksamen Mitstreiterin Nadine Ahrenhold gemacht:

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Diese Hecke stellt die Grenze zwischen dem Gewerbegebiet Merkur-Park dar. Dahinter erkennt man die kleine Teichanlage, die direkt neben dem Büro des Investors Jebens liegt.

Rechts erkennt man Teile des Knicks, der wohl als Trennung zwischen dem Merkur-Park und dem Minerva-Parv erhalten bleiben soll. Es ist zwar von diesem auch nicht mehr viel übrig, aber das könnte man ja noch mit ‚Auf den Stock setzen‘ begründen, wie man in der Fachsprache das Beschneiden von Knicks nennt und was in der Regel so alle 15 Jahre auch gestattet ist, mit Ausnahme der ‚Überhälter‘, unter denen man große Bäume innerhalb der Knicks versteht.

Wir erkennen den Amphibienzaun deutlich.

 

Im Hintergrund sieht man die kleine Teichanlage auf dem Gebiet des Merkurparks. Im Sommer sieht dieser ja zunächst ganz ansprechend aus.

Befestigt an diesem Zaun gibt es alle paar Meter ein Schild, das uns den Namen der beauftragten Firma nennt, die diesen Zaun errichtet hat.

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Diesem Schild dürfen wir entnehmen, daß es derzeit Umsiedlungsarbeiten für die Frösche oder andere Amphibien gibt.

Allerdings wird nicht so richtig klar, in welche Richtung denn diese Amphibien umgesiedelt werden sollen oder schon wurden. Der Text erzählt uns eigentlich, daß diese Arbeiten gerade gemacht würden.

Aus der Richtung des Ex-Biotops zum Merkur-Teich oder in die andere Richtung, was allerdings etwas unlogisch wäre, da es dort jetzt nur noch eine Mondlandschaft gibt!

Im Merkur-Teich wurden bisher keine wirklichen Bestände von geschützten Amphibien nachgewiesen, wohl aber in dem kleinen Biotop, das heute dem Bagger zum Opfer gefallen ist.

Dieses hatte auf der Biotopen-Güteskala von 1 bis 8 die höchste Stärke 8!!

https://antivictoriapark.wordpress.com/2018/07/11/der-bund-bezieht-stellung/

Die nachfolgenden Fotos wurden wieder von mir selber gemacht.

Wie es ja nun mal meine Art ist, wollte ich die Behauptung der Umweltbehörde unter Jens Kerstan (GRÜNE) verifizieren und auch die Firma Planula anrufen, die ja laut Poster zu Antworten auf Rückfragen bereit ist.

Zu allererst rief ich heute gegen 11.00 Uhr dort an.

Eine sehr nette junge Dame war auch gleich am Apparat, konnte mir aber leider keine Auskunft zu meinen Fragen geben, da sie nicht an diesem Projekt arbeiten würde.

Und leider sei auch Niemand im Haus, der sich darüber auskennen würde. Man wäre aber gerne bereit, zu meinen Fragen Stellung zu nehmen, wenn der zuständige Sachbearbeiter zurück sei.

OK, ich ließ ihr meine E-Mail-Addy da und bin gespannt,ob und was sie antowrten werden.

Meine Fragen waren:

  • WANN wurde der Zaun errichtet?
  • WELCHE Tiere wurden tatsächlich umgesiedelt?
  • WOHIN wurden sie gebracht? In den Merkur-Teich?
  • GIBT es dazu eine Dokumentation, zB mit Fotos und anderen Dokumenten?

Auf meine Frage, in WESSEN Auftrag Planula diese Arbeit machen würde, beantwortete sie dieses sehr freimütig:

„Wir arbeiten immer mit den Investoren zusammen und werden auch von denen bezahlt,“

In unserem Fall bedeutet das also, daß auch diese Firma mal wieder von Jebens ausgesucht und auch bezahlt wurde!

Wie bei anderen Firmen, dürfte es auch eine Verbindung zwischen Planula und dem Landschaftsplanungsbüro Jacob geben, wofür ich allerdings noch keinen Hinweis gefunden habe, da aber nahezu alle anderen ‚Gutachterfirmen‘ ebenfalls in Verbindung mit Jacob standen, liegt diese Vermutung nahe.

 

Etwas seltsam ist es allerdings, daß diese Firma offenbar keine ordentliche eigene Webseite hat!?

Man bekommt eine Telefonnummer und eine Adresse, die wohl im oder beim IKEA-Haus in Altona liegt, aber auf der einzigen findbaren Internetadresse gibt es keine Weiterleitung zu einem ordentlichen Firmenauftritt.

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Na ja, kann ja mal passieren, oder?

Nachdenklich aber stimmt mich der zeitliche Ablauf zum Bau dieses Schutzzaunes.

Aus meinem Archiv habe ich dazu  mal meine Aufnahmen zu der fraglichen Gegend herausgesucht, die für sich selber sprechen:

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Auf diesem Foto sehen wir rechts der Masten den ‚zu erhaltenden Knick‘.

Links, noch unbelaubt, die Büsche, die diese Fläche vom Merkur-Park und dessen Teich trennen.

Von einem Zaun ist dort nichts zu erkennen, obwohl das Biotop, in dem der Moorfrosch vorkam, längst platt und Wüste ist!

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Auch jetzt ist von einem Schutzzaun nirgends etwas zu erkennen.

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Dann aber, etwa 1 Monat später ist er plötzlich da. Bei näherem Hinsehen ist der Zaun erkennbar.

Das Biotop aber ist schon fast 4 Monate vollkommen zerstört!

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Im Januar, als dieses Foto entstand, auf dem ein Bagger gerade das Biotop in die ewigen Lurchgründe befördert, war ebenfalls nirgends etwas von einer Truppe zu erkennen, die die dort lebenden Amphibien wenigsten umzusiedeln versuchte, dafür fand der Baggerführer es gat nicht lustig, daß ich ihn fotografierte!

Der Zaun kann also erst erheblich NACH der Biotop-Zerstörung eingerichtet worden sein! Frühestens Ende April.

Und zu diesem Zeitpunkt wird es ziemlich sicher keinen einzigen Lurch mehr dort gegeben haben, der den Umzug in den Merkur-Teich für gut befunden hätte.

Zum Schluß werfen wir noch einen kurzen Blick auf diesen Teich, der sich direkt neben Jebens Büro befindet.

Das ist ein netter kleiner Teich auf dem – wie Jebens uns mal freudig verkündete – im Sommer sogar Leute BOOT führen!, aber von einem, wie auch immer gearteten Biotop ist ganz sicher weit und breit nichts zu sehen.

Der dürfte sich also als neue Wohnstätte für den Moorfrosch wohl kaum eignen, zumal er auch im Frühling immer ’schön‘ gepflegt wird, worunter man nicht nur Rasenmähen versteht, sondern auch das Kürzen ALLER überflüssigen Zweige und Unterholz!

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Ein Biotop vor Moorfrosch und Co dürfte ganz klar anders aussehen!

Fazit:

So wie ich das sehe, wurde dieser ‚Schutzzaun‘ nicht nur viel zu spät errichtet, um noch irgendeinem Frosch das Leben zu retten, sondern auch noch extrem unprofessionell, denn der neue Lebensraum dürfte für diese Tiere kaum geeignet sein.

Das Ganze scheint mir also NUR von Seiten Jebens und Jens Kerstans (BUE) reine Augenwischerei zu sein, um uns tumben Bürgern vorzugaukeln, man täte da etwas für den Schutz und den Ausgleich der zerstörten Schutzflächen.

Ich sehe darin nur LUG UND TRUG!

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Wenn ich jetzt ganz gemein wäre, könnten die ja von woanders her ein paar Moorfrösche zwangsumgesiedelt und dort ausgesetzt haben, so daß man da tatsächlich welche findet? Warten wir’s mal ab!

NACHTRAG:

Heute, am 23. Juli rief mich ein Herr Piel von Planula an und nahm sich tatsächlich die Zeit, etwa 20 Minuten mit mir zu parlieren.

Dabei stellte sich zunächst einmal heraus, daß die Schilder noch von einem älteren tatsächlichen UMSIEDLUNGSPROGRAMM stammten, also nicht wirklich etwas mit dieser Situation vor Ort zu tun haben.

Der Zaun soll tatsächlich nur verhindern, daß irgendwelche Amphibien, die im Merkur-Teich leben, wieder versuchen sollten, in den Baustellenbereich zurückzuwandern.

Er gab auch zu, daß der Zaun wohl etwas spät errichtet worden war, und tatsächliche Umsiedlungsaktionen vom alten Biotop in Richtung des Jebens-Teiches hat es wohl nicht gegeben, zumal es wegen der Trockenheit im letzten Jahr dort auch kaum welche gab.

An einer anderen Stelle habe man aber zum Beispiel Grasfrösche (unser Standardfrosch, wenn ich das mal so sagen darf) gefunden und tatsächlich auch in Richtung eines kleinen Teiches auf Holsteiner Gebiet umgesiedelt!

Und er bestätigte auch meine oben gemachte Vermutung, daß das Landschaftsplanungsbüro Jacob diese Aufgabe an ihre Firma Planula vermittelt habe!

Ansonsten fand ich es gut, daß er angerufen und sich auch wirklich Zeit genommen hat, zuzuhören und ein paar Fragen zu beantworten.

Einen wirklich glücklichen und überzeugten Eindruck, was seine Aufgabe da betraf, machte er nicht!

„Wir versuchen immer, das Beste für die Natur zu erreichen.“

Gut, das nehme ich ihm persönlich mal ab, zumal er selber, wie er erzählte, etwa 20 Jahre in einem Umweltverband gearbeitet habe.

 

 

 

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