Verkehrsdilettanten entscheiden in Stapelfeld über das Schicksal des Ortes !?

VerkehrsplanungStapelfeld2018

Auf dieser Übersichtskarte der beiden neuen Gewerbegebiete Victoria- und Minerva-Park (unten) sehen wir zunächst einmal die ersten Maßnahmen der neuen Straßenführungen.

Victoria-Minerva-Park-Bauplanung0917

Am oberen Rand verläuft die Alte Landstraße oder L 222. Nach rechts geht es zur Anschlußstelle Stapelfeld und der A 1.

In der Mitte geht die Stapelfelder Straße oder K 107 auf Stormarner Gebiet. Nach rechts Richtung Stapelfeld.

Ganz unten sehen wir noch den Weg Bachstücken.

Da in Stapelfeld bei den Bürgern die Angst vor dem Massenstau durch den neu hinzukommenden Verkehr umgeht, versucht man die erregten Seelen der dummen Bürger durch ein paar kosmetische Maßnahmen zu beruhigen, die aber, so wie ich das sehe, wirklungslos verpuffen oder sogar noch zur Verstärkung der Staus innerhalb des Ortes beitragen werden.

Bei der letzten Sitzung des Bauausschusses  kam dieser Gedanke sogar einem der drei dort versammelten Ausschußmitglieder, aber seine Bemerkungen dazu wurden ‚zur Kenntnis genommen‘.

Geplant ist eine neue Stichstraße, die von der Stapelfelder- zur Alten Landstraße führen soll. Sie wird direkt auf der Landesgrenze aber noch auf Hamburger Gebiet verlaufen.

Für den Anschluß dort ist auf der K 107 ein Kreisverkehr geplant.

Kreisverkehr-K107

Beim Kreisverkehr setzt man darauf, daß die Fahrer sich genau an die BESCHILDERUNG halten werden.

Nach Norden hin wird es Schilder geben, die die Autobahn A 1 anzeigen. Und dann hofft man auf das Wunder, denn die Alte Landstraße (L 222) ist heute schon notorisch verstopft, was den Verkehr durch Stapelfeld morgens und abends drastisch ansteigen läßt. Eine Sache, die jeder Fahrer heute schon an seinem Handy abfragen kann.

Sollte also die L 222 verstopft sein, wird man wohl kaum davon ausgehen können, daß die Fahrer trotzdem NICHT durch Stapelfeld fahren werden.

Man wünscht sich zwar einen vier-spurigen Ausbau der L 222, aber bisher zeigt die Landesregierung von S-H keinen Willen, diesen zu finanzieren.

Um diese oberschlauen Fahrer nun endgültig davon abzuhalten, den Weg durchs Dorf zu nehmen, hat man zur Gummilösung gegriffen: Verkehrsverlangsamung!

Man möchte absichtlich Behinderungen einbauen, die die Fahrer zwingen, zu warten oder langsamer zu fahren.

Da haben wir das Verkehrsproblem Nummer 1, welches bisher noch keines ist, aber eines werden wird, wenn die Planung umgesetzt würden:

20180330_170556

Die erste Bushaltestelle in Stapelfeld. Da möchte man die Haltebucht wegnehmen und die Straße ein wenig verschwenken. Der Bus soll dann in der Mitte der Straße halten, was den folgenden Verkehr zwingen soll, hinter dem Bus zu halten und zu warten.

Stapelfeld-Verkehrsproblem1

Dadurch, daß es eine Verkehrsinsel geben soll, möchte man ein Überholen des Busses verhindern.

Dieses gilt allerdings NUR für die Richtung Stapelfeld, nicht aber für die Richtung Rahlstedt!

Da soll, so wie die Planungen es vorsehen, alles beim Alten bleiben.

20180330_170623

Und da fällt dem unbedarften Betrachter umgehend auf, daß man offensichtlich NUR den Verkehr nach außerhalb, also Richtung Autobahn, berücksichtigt hat und berücksichtigen will.

Diese Denkweise erschließt sich Einem nur sehr bedingt, denn es gibt ja nicht nur abends einen zusätzlichen Verkehr durch Arbeitskräfte und Abtransporte, sondern natürlich auch MORGENS, wenn die Menschen zur Arbeit fahren und Waren angeliefert werden müssen!

Die angeblich so professionellen Planer von NORD-Consult scheinen nicht daran gedacht zu haben (mit Absicht?), daß nahezu das gleiche Verkehrsproblem eben nicht nur abends, sondern auch morgens auftauchen wird!

Beim Verkehrsproblem Nummer 2 sehen wir das ebenfalls, wobei es in diesem Fall noch zu erheblich größeren Problemen kommen wird, als im Fall Nummer 1.

Stapelfeld-Verkehrsproblem2

Wir befinden uns an der Einmündung der Reinbeker Straße in die Hauptstraße (K 107).

Rechts sehen wir die geplante neue Bushaltestelle, bei der der Bus ebenfalls auf der Straßenmitte stehen bleiben und eine Verkehrsinsel das Überholen verhindern soll.

Da diese Haltestelle die wichtigste in Stapelfeld ist, kann man jetzt schon voraussehen, daß es hinter den Bussen zu erheblichen Staus kommen wird, die es bisher nicht gab.

20180330_170723

Nach rechts geht die Reinbeker Straße ab. Die Fahrtrichtung ist zur Autobahn.

20180330_170950

Auch hier soll die Bushaltebucht abgeschafft werden.

Zu den Problemen von zusätzlichen Staus (wobei auch hier intelligenterweise oder gar absichtlich die Gegenrichtung nicht berücksichtigt wird!?) kommt allerdings ein gravierendes SICHERHEITSPROBLEM hinzu, denn wenn dort ein Gelenkbus hält, können Autofahrer, die aus der Reinker Straße kommend Richtung Hamburg nach links abbiegen wollen, NICHTS sehen.

Das Problem wird auf dem folgenden Foto deutlich, wenn man sich vorstellt, daß genau in Blickrichtung mitten auf der Straße ein Gelenkbus steht!

20180330_170926

Da der Fahrer nichts mehr sehen kann, muß auch er solange warten (hoffentlich!), bis der Bus wieder abgefahren ist, was ebenfalls zu zusätzlichen Staus führen wird, da der Verkehr auf der Reinbeker Straße schon unter Normbedingungen erheblich ist. Vor allem natürlich morgens!

Und dann haben wir da noch das Verkehrsproblem Nummer 3: Die Einmündung des Groot Redders in die K 107!

Dieses war und ist ein Unfallschwerpunkt in Stapelfeld. Zu schnell fahrende Wagen, die aus Braak kommen oder Siek, können die Kurve nicht gut übersehen.

Auch die Fahrzeuge, die von der Autobahn kommend den Groot Redder genutzt haben, können diese Kurve nur schlecht einsehen.

Deshalb kommt es immer wieder, durchaus auch mit Toten, zu schweren Unfällen.

http://www.ln-online.de/Lokales/Fotostrecken-Lokales/Fotostrecken-Stormarn/Zwei-Schwerverletzte-nach-Autounfall-bei-Stapelfeld-weitere-Bilder#p1

Da ja offenbar der Investor Jebens, der die Gewerbegebiete bauen will in trauter Zusammenarbeit mit der WAS, versprochen hat, auch hier die Umbauten zu bezahlen, genauso wie die bei Nummer 1 und 2, möchte man das Problem entschärfen. Eine Ampelanlage würde wohl zu teuer werden und vor allem nachts auch für unnötige Staus sorgen, also baut man was? EINE VERKEHRSINSEL! Wow!

Stapelfeld-Verkehrsproblem3

Man scheint inständig zu hoffen, daß die Fahrer dadurch zu einem langsamen und aufmerksamen Kutschieren veranlaßt werden. Eine Hoffnung, die schnell verschwinden wird, wenn man mich fragt.

20180330_171026

Und dann haben wir da noch ein Problem dieser Planungen, das zwar nicht direkt zu Stapelfeld gehört, aber zu dem Bauplan 16 und dem 30. Flächennutzungsänderungsplan. Hauptsächlich allerdings zum B-Plan Rahlstedt 131.

Das ist die Einmündung der neuen Planstraße A in die L 222 fast genau gegenüber des alten Rahlstedter Schlößchens, das heute ein kleines Hotel ist.

Außerdem gibt es da noch ein paar Privathäuser, die die gesamte Verkehrsbelastung spüren werden.

Die LÖSUNG der Planer ist eine 4 m hohe Schallschutzwand!

WOW! Da fragt man sich, ob man sich darüber Gedanken gemacht hat, wie es sich als Bewohner direkt hinter einer derartigen Wand leben läßt? Irgendwie kommt da sicherlich das Berliner-Mauer-Gefühl auf!

20170413_131235

Und von rechts von Braak kommend sieht das dann so aus:

20180330_171555

Genau an dieser Stelle wird die Planstraße A, wie sie in den Plänen genannt wird und auf der Karte ganz oben zu sehen ist, auf die Alte Landtraße treffen, genau gegenüber einiger Privathäuser und etwa 50 m vom Schlößchen entfernt.

20180330_171455

Rechts beginnen die Häuser. Man stelle sich mal da eine 4 m hohe Wand vor! Herrlich!

Die Bewohner hatten zwar schon auf der ÖPD 2016 eine Verlegung der Planstraße gefordert, aber dieses wurde nicht berücksichtig, da man diesen Pfad unbedingt noch auf Hamburger Gebiet haben will!

Aus dem Protokoll dieser Veranstaltung:

Ein Vertreter der nördlichen Anlieger an der Alten Landstraße (L222) hebt die Qualität des bestehenden Merkur Parks hervor. Er sei nicht grundsätzlich gegen die gewerbliche Entwicklung gäbe jedoch zu bedenken, dass die Anbindung des neuen Gewerbegebietes genau gegenüber der Grundstückszufahrten der Wohngebäude an der L 222 liegen würde und hier, gerade bei einem mehrstreifigen Ausbau des Knotens, eine verträgliche Lösung für die Licht- und Lärmimmissionen gefunden werden müsse. Zudem weist er darauf hin, dass die 16. BImSchV für die Immissionen des Verkehrs sowie die TA-Lärm für den Gewerbelärm zu beachten seien. Durch die Lage der Erschließung und die damit verbundene Lücke in der geplanten Gewerbebebauung gegenüber der Wohnnutzungen an der L 222 werde sich die Lärmsituation für die bestehenden Wohngebäude verschlechtern. Er regt an, die Erschließung ca. 150 m weiter östlich im Bereich der Gemeinde Stapelfeld zu realisieren.

.
Herr Schwormstede teilt mit, dass die Anregungen für das weitere Verfahren und bei der Detaillierung der Planung des Knotenpunkts an der L 222 geprüft würden. Er bestätigt zudem, dass im Rahmen der Konkretisierung der Erschließungsplanung die Erschließung der gegenüberliegenden Wohngebäude gesichert werden müsse. Die 16. BimschV und die TA-Lärm seien bekannt und würden beachtet.

Tja, was soll man dazu noch feststellen?

Die Sorgen der Bürger oder gar eine wirkliche Beteiligung eben dieser ist weiter entfernt als der Mond! Das wird nur als Feigenblatt verwendet, genau wie die geforderten Stellungnahmen der Naturschutzverbände: Man möchte das aber berücksichtigt NICHTS!

Eines allerdings steht für mich fest: Wenn es um Planungen und sogenannte Gutachten geht, haben wir es weitgehendst mit Gefälligkeitsgutachten zu tun, die von DILETTANTEN erstellt werden, die immer das Ergebnis bringen, das vom Investor gefordert und gewünscht ist!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s