Die Stapelfelder Farce erreicht seinen Höhepunkt: „Wir denken ja immer bis zur nächsten Eiszeit.“

Stapelfeld-KratzmannscheKate-klein

Das hier ist die Kratzmannsche Kate in Stapelfeld. Diese ist das inoffizielle Rathaus dort, wo sich die verschiedenen Organe des Dorfes zu ihren Sitzungen treffen.

Modern ausgestattet mit einer erstaunlich guten Technik. Da fühlt man sich als Abgeordneter doch richtig wohl.

Stapelfeld-Verkehrsausschusssitzung260318-klein

Gestern am 26.3.2018 ab 18.15 Uhr trafen sich dort hintereinander der Verkehrsausschuß (Foto oben) des Amtes Siek und der dortige Bauausschuß (Foto unten). In beiden Gruppen wurden Themen behandelt, die unser Problem mit dem Gewerbepark beinhalteten.

Beim Verkehrsausschuß ging es um die bemerkenswerten Umbauarbeiten auf der K 107, der Hauptstraße, die durch Stapelfeld geht. Und beim Bauausschuß um den 30. Flächennutzungsänderungsplan in Sachen Minerva-Park.

Stapelfeld-Bauausschusssitzung260318-klein

Zur Dokumentation habe ich beide Sitzungen aufgenommen, was mir gestattet ist, da es sich um ÖFFENTLICHE SITZUNGEN gehandelt hat, was einem Bürger erlaubt ist nach dem Mediengesetz!

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/05/12/tonaufzeichnungen-bei-oeffentlichen-reden/

Wer diese Sitzungen verpaßt hat, kann auf Wunsch die Aufnahmen bekommen.

Hier zunächst einmal die offiziellen Mitglieder der beiden Ausschüsse, von denen es allerdings viele vorzogen, doch nicht zu erscheinen, da das Thema wohl nicht werbewirksam und interessant genug für sie war.

Stormarn-Verkehrsausschuss-Mitglieder

Richtig drastisch war das beim Bauausschuß, wo NUR 3 Mitglieder erschienen. Trotzdem erklärte der Vorsitzende diesen ‚Kreis‘ für abstimmungsberechtigt! Ist doch Demokratie pur, wenn man mich fragt.

Stormarn-Wirtschafts-Planung und Bauausschuss-Mitglieder

Da stimmten ganze drei Personen über unser Aller Schicksal ab, allerdings unter den wohlwollenden Blicken des Stapelfelder Bürgermeisters Westphal, der gestern ziemlich aufgeschwemmt und mit puterrotem Gesicht dasaß, und dem WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann, der aalglatt und mit Dauerlächeln ebenfalls am Runden Tisch saß.

Er begrüßte mich und nannte seinen Namen (Machte er bei Allen). Ich sagte meinen und er wußte, wer ich war, sagte aber nur „Aha.“. Aber immerhin war ich ihm durchaus bekannt.

DetlevHinselmann-WASGeschaeftsfuehrer

Detlev Hinselmann (Das Foto stammt von der Webseite der WAS)

Für die Präsentation der Verkehrsberuhigungsprojekte in Stapelfeld war eine Dame der Nord Consult da und für die Änderung des Flächennutzungsplanes die notorische Frau Jacob, die uns Allen schon sattsam bekannt ist. Diese hatte auch einen wirklich großen Moment, woraus ich im Titel zitiere.

Zunächst werde ich noch nicht näher auf die geplanten Änderungen der Verkehrssituation im Dorf Stapelfeld eingehen. Das werde ich in einem späteren Beitrag nachholen. Aber Eines darf und MUSS ich schon mal im Vorwege erwähnen:

Der Kreis Stormarn ist überglücklich, daß die Kosten dieser Umbauten (mit Ausnahme einer zu installierenden zusätzlichen Ampel) VOM INVESTOR übernommen werden!

Wie ich ja schon in meinen Korruptionsbeiträgen schrieb, gehen in Deutschland meist keine Bargeldsummen über den Tisch, sondern man bietet den meist klammen Ortskassen geldwerte Leistungen an, um die Entscheider ruhig oder gar positiv zu stimmen. Im Kreis Stormarn wird das AUSDRÜCKLICH als äußerst positiv erwähnt, daß ihnen keinerlei Kosten entstehen würden!

Und in Stapelfeld schon mal gar nicht, da man mit dieser Maßnahme ja gleich auch noch den Unfallschwerpunkt Hauptstraße und Groot Redder baulich verändern möchte.

Die beiden Bushaltestellen, die aus einer heutigen Busbucht auf die Straße verlegt werden sollen, um den zunehmend schneller werdenden Verkehr auszubremsen, sorgten allerdings ein paar besorgte Fragen eines Stapelfelder Ausschußmitgliedes wegen der dadurch zu erwartenden Staus innerhalb des Dorfes und den möglichen Sichtbehinderungen für Fahrer, die von der Reinbeker Straße kommend in die Hauptstraße Richtung Hamburg einbiegen möchten.

Und man fand es bemerkenswert, daß diese Bushaltestellen NUR in Richtung Osten aus Hamburg raus gebaut werden sollen, nicht aber auf der Seite in Richtung Hamburg.

Das wurde damit erklärt, daß der meiste Verkehr wohl aus dem Gewerbepark raus kommen würde. Die umgekehrte Richtung, zum Beispiel morgens, wurde offensichtlich nicht in Betracht gezogen.

Ansonsten war das dann schon das Ende der Kritik. Grundsätzliche Gegnerschaft gab es keine, und im schlimmsten Fall enthielt man sich der Stimme.

Die Zeichnungen und Vorschläge der Nord Consult kann man sich hier ansehen.

https://www.dropbox.com/s/fw0tho6ds3404z7/Stapefeld-Sitzungsvorlage260318MinervaParkVerkehrsloesung.pdf?dl=0

Selbst als Unterstützer der Gewerbeparks sollte man schon die nahezu unglaubliche Naivität der Ausschußmitglieder bewundern, die oft, so hatte ich den Eindruck, gar nicht wußten, über was sie da eigentlich abzustimmen hatten! Diesen Eindruck hatte ich allerdings bei den Sitzungen des Regionalparlamentes in Wandsbek auch schon des Öfteren. Scheint also ein Normalzustand zu sein.

2. Teil des Abends:

Richtig sarkastisch wurde es, als die Sitzung des Bauausschusses begann. Da war die Naivität der – immerhin – DREI ABSTIMMUNGSFÄHIGEN TEILNEHMER nahezu unglaublich!

Wir Zuhörer konnten uns des Eindrucks nicht entziehen, daß man ABSICHTLICH nicht alle Mitglieder hinzugeordert hatte, um kein Risiko eingehen zu müssen. Man wußte von vornherein, daß von den Dreien zwei für und einer – der QUOTENDEMOKRAT – gegen die Pläne stimmen würde! Das sollte als Nachweis für demokratische Verhältnisse reichen!

Da ja ein großer Teil der durch den Minerva-Park zubetonierten Fläche ein Landschaftsschutzgebiet ist, muß eine ÄNDERUNG der Flächennutzung beantragt und durchgesetzt werden.

Hierzu hielt zunächst eine Dame von dem Landschaftsplanungsbüro Jacob eine Einführung in die gegebenen Verhältnisse, wobei sie mit einem kleinen WUNDER aufwarten konnte.

 

Während die bisher angegebenen Ausgleichsflächen für den GRÜNZUG offensichtlich für eine Änderung der Ansichten des Innenministeriums in Kiel nicht ausreichend gewesen wären, so war am 21. März urplötzlich und wunderbar noch ein Stück Fläche oben rechts hinzugekommen! Das Datum stand auf dem Lichtbild, das uns gezeigt wurde!

Einer der anwesenden Bauern, der dort wohl Land besitzt, fragte kritisch, ob der Begriff ‚Grünfläche‘ gültig sei, da man dann diese ja nicht nutzen könne. Er habe dort Flächen und fand diese Bezeichnung nicht sehr glücklich.

Frau Jacob beruhigte den Mann, indem sie bemerkte, diese Bezeichnung sei UNGLÜCKLICH gewählt. In Wirklichkeit handele es sich um einen vorgeschriebenen GRÜNZUG, der, wie in diesem Fall, landwirtschaftlich genutzt werden könne.

Da wir den in frage kommenden Bauern kennen (ich will ihn hier nicht nennen), und dieser sich bisher immer geweigert hatte, seinen Boden zu verkaufen oder zu tauschen, scheint es zu einem DEAL gekommen zu sein: Jebens kauft die Fläche und verpachtet sie an diesen Bauern zurück!

Auch hier wäre der Gruppe aus Jebens, Hinselmann und Westphal ein großer Sieg gelungen, denn bisher hatten wir immer unsere Hoffnung auf diesen letzten Aufrechten gesetzt.

20180224_123616

Hier sehen wir diese Fläche. Im Hintergrund den schon existierenden Merkur-Park.

Als dann noch die gute Frau Jacob, die bemerkenswerterweise für ALLE BETEILIGTEN arbeitet und vom Investor bezahlt wird, diese Pläne dadurch zu stärken versuchte, indem sie die EWIGE GÜLTIGKEIT beschwor, wurde die Sitzung endgültig zur Farce.

Hier das Originalzitat dieser Dame. Und man darf sich ziemlich erschrocken zeigen vor soviel zugegebener Naivität und Skrupellosigkeit, nochmehr aber, daß diese Äußerungen von den Anwesenden ohne Kritik hingenommen wurden.

Es zeigt das Intelligenzniveau der Entscheidungsträger dramatisch!

Diese Ausgleichsflächen werden über entsprechende Zuordnungsfestsetzungen mit den B-Plänen gekoppelt und in den nachfolgenden Verträgen mit den Investoren dann auch gesichert, so daß man aus dieser Ausgleichsverpflichtung nicht mehr raus kommt.

Ja, wir Landschaftsplaner denken da immer bis zur nächsten Eiszeit, also wirklich dauerhafte Sicherung.

Leider konnte ich ja nichts dazwischen rufen, sonst hätte ich die Dame gefragt, ob sie uns grantieren könne, daß diese Sicherung tatsächlich bis zur nächsten Eiszeit Gültigkeit haben würde?

Die Realitäten beweisen ja leider, daß solche Sicherungen von Ausgleichsflächen (ebenso von Biotopen höchster Kategorie) noch nicht einmal das Papier wert sind, auf das sie irgendwann mal gedruckt werden. Das sehen wir dramatisch an den Versprechungen bezüglich der Ausgleichsflächen am B-Plan Rahlstedt 105, der noch nicht wirklich lange her ist! Dieser versicherte uns Allen, daß die Ausgleichsflächen für den damals zu bauenden Merkur-Park DAUERHAFT GESICHERT wären!

Das weiß natürlich auch die Frau Jacob, aber offensichtlich NICHT die ziemlich tumben Ausschußmitglieder! Oder andere Alternative: Sie wollen oder DÜRFEN das nicht wissen oder glauben, wobei ich persönlich Letzteres für wahrscheinlich halte!

Hier noch mal ein paar Links zu den Ausgleichsflächen der Ausgleichsflächen. Den Lug und Betrug, dem wir im letzten Jahr ausgesetzt waren und immer noch sind. Alles basierend auf den vorliegenden DOKUMENTEN!

 

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/03/30/die-luege-ueber-die-ausgleichsflaechen/

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/05/17/die-luege-um-die-ausgleichsflaechen-vom-merkur-und-victoria-park/

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/05/12/der-kreuzzug-gegen-die-unglaeubigen-von-wysocki-und-jebens/

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/09/25/stapelfeld-16-buergermeister-westphal-beluegt-seine-buerger/

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/07/14/die-farce-grosse-heide-der-anfang-vom-ende/

 

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