Tonaufzeichnungen bei ÖFFENTLICHEN REDEN!

Gestern hat man sich beschwert, ich habe ohne Erlaubnis eine Tonaufzeichnung der Veranstaltung gemacht, was eigentlich untersagt sei.

Natürlich sind solche Aufzeichnungen IMMER im privaten Raum verboten, solange der Teilnehmer das nicht weiß. Auch in Sitzungen von Stadtparlamenten oder Vereinsführern ist das ohne Erlaubnis untersagt.

Aber bei Reden auf ÖFFENTLICHEN VERANSTALTUNGEN durch PERSONEN DES ÖFFENTLICHEN INTERESSES ist das gestattet! Die Interessenten haben ein Recht darauf, solche Reden unverfälscht und ungekürzt zu hören, zumal sie auch noch von einer größeren ÖFFENTLICHEN WIRKUNG sind!

Hier waren die Redner, wenn wir von den privaten Fragestellern absehen, POLITIKER und der Investor für den Gewerbepark, der einen entscheidenden Eingriff in unsere unmittelbare Lebenssituation bewirken wird!

https://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht_bei_%C3%B6ffentlichen_Reden

Deutsche Rechtslage

Im deutschen Recht betrifft § 48 UrhG die Öffentlichen Reden.

(1) Zulässig ist
1. die Vervielfältigung und Verbreitung von Reden über Tagesfragen in Zeitungen, Zeitschriften sowie in anderen Druckschriften oder sonstigen Datenträgern, die im Wesentlichen den Tagesinteressen Rechnung tragen, wenn die Reden bei öffentlichen Versammlungen gehalten oder durch öffentliche Wiedergabe im Sinne von § 19a oder § 20 veröffentlicht worden sind, sowie die öffentliche Wiedergabe solcher Reden,
2. die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Reden, die bei öffentlichen Verhandlungen vor staatlichen, kommunalen oder kirchlichen Organen gehalten worden sind.
(2) Unzulässig ist jedoch die Vervielfältigung und Verbreitung der in Absatz 1 Nr. 2 bezeichneten Reden in Form einer Sammlung, die überwiegend Reden desselben Urhebers enthält.

Zur Beschränkung auf Tagesfragen meint Melichar (in: Schricker, Urheberrecht, 2. Auflage 1999, S. 769), sobald die Rede wissenschaftliche Bedeutung oder künstlerische Form erhalte, sei sie nicht frei. Absatz 1 gilt nur für die tagesaktuelle Berichterstattung, kann also keine Rechtfertigung darstellen, etwa eine Goebbels-Rede, die nicht im Reichstag gehalten wurde, in die Wikipedia einzustellen.

Die öffentlichen Verhandlungen in Absatz 1 Nr. 2 betreffen insbesondere Parlamentsreden. Bei Gerichtsverhandlungen sind Sonderbestimmungen über die Zulässigkeit von Ton- und Filmaufnahmen zu beachten; mitstenographieren ist zulässig.

Reden nach Absatz 1 Nr. 2 kommen grundsätzlich für die Nutzung in freien Projekten in Betracht. Da es aber rechtlich ungeklärt ist, ob sich die Ausnahmebestimmung nur auf den reinen Text oder auch auf das Ton- oder Bildmaterial bezieht, sollte man sicherheitshalber nur eigene Aufnahmen in freien Projekten verwenden oder aber die Zustimmung der Inhaber der Rechte (z. B. Rundfunkanstalten) einholen.

Es gelten das Änderungsverbot (§ 62 UrhG) und das Gebot der Quellenangabe (§ 63 UrhG). Gemäß § 62 Abs. 2 können Reden auch gekürzt wiedergegeben werden, wenn das der Benutzungszweck erfordert und keine sinnentstellende Wiedergabe vorliegt.

Bei FOTOS ist das ähnlich:

Ich darf keine Personen direkt fotografieren und das Foto veröffentlichen, wenn es sich um eine normale Person handelt.

Handelt es sich aber um eine Person des ÖFFENTLICHEN INTERESSES, und POLITIKER gehören zu diesem Personenkreis, wie Herr Wysocki gestern auch richtig bemerkte, dann darf ich ihn jederzeit fotografieren!

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