Archiv für den Monat März 2017

Das Bezirksamt Wandsbek: Zwischen Wahrheit, Halbwahrheiten und schlichten Lügen!

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Zu Frage 5 und der Trassenführung des Ring 3. Die rot markierten Flächen waren damals für WOHNUNGSBAU ausgewiesen worden, wurden dann aber 2010 wie zurück in Ackerfläche umgewidmet. Wo da der Ring 3 WESTLICH hätte vorbeigeführt werden sollen, muß mir mal einer erklären.

Nun aber zu den Antworten:

Nun liegen uns ja die Antworten des Bezirksamtes Wandsbek vor, und Jeder konnte sich selber einen Eindruck verschaffen, was da so abläuft und wie die Fragen beantwortet oder dann doch lieber umgangen wurden.

Frage 1 wurde klar beantwortet und betrifft wohl tatsächlich NUR die Arbeitskreise der ‚Großen Heide‘. Ich war damals nicht mehr anwesend, so daß ich diesen Spruch Arne Kleins nicht mehr hören konnte.

Frage 2 wurde ebenfalls klar beantwortet und zeigt uns Allen, daß die für eine lange Sekunde trotzig-mutige Gemeinde Stapelfeld doch schnell wieder den Schwanz eingezogen hat, als man sie ein bißchen schief ankuckte! Jedenfalls sitzen die Abgeordneten des Dorfes und des Amtes Siek munter wieder in der Kommission.

Frage 3 wurde nur teilweise beantwortet. Die Fragen zu den naturschutzrechtlichen Problemen beim Ausbau der L 222 wurden lieber ausgeklammert und auf das folgende Gutachten geschoben. Aber immerhin sollen wir ja im 2. Quartal 2017 darüber informiert werden.

Frage 4 wurde nicht beantwortet. Man schiebt den Schwarzen Peter der WAS zu, die dafür zu sorgen hat, daß es genügend Ersatzflächen für tauschwillige Bauern geben wird. Zum direkten Problem beim Minerva-Park nimmt man lieber keine Stellung. Auch nicht dazu, ob der Victoria-Park auch gebaut würde, wenn es nicht zu einem interkommunalen Gewerbegebiet kommen würde. (Wir erinnern uns daran, daß Dressel letztes Jahr auf meine diesbezügliche Frage hin, feststellte, das Gebiet würde trotzdem gebaut werden.

Frage 5 zur möglichen Verseuchung wurde teilweise beantwortet. Hier sagt das Bezirksamt klar die Unwahrheit, denn genau die Fläche der ehemaligen Ring-3-Trasse war damals als Bauland ausgewiesen, 2010 aber wieder in Ackerland umgewandelt worden. Die Trasse des Ring 3 damals KANN NICHT westlich von dem ausgewiesenen Bebauungsland gelegen haben, da dort der Kleingarten liegt.

Frage 6 wurde umfassend beantwortet und zeigt uns, daß wir uns noch auf viele schöne langwierige und vor allem TEURE Gutachten auf Seiten Hamburgs und Stormarns freuen dürfen! Ich frage mich allerdings, warum nicht aus Kostengründen ALLE Gutachten GEMEINSAM erstellt werden, da sie ja wohl alle zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen müssen und werden!? Andererseits müssen ja all die treuen Gefälligkeits-Gutachter bei Laune gehalten und mit Arbeit versorgt werden!?

Frage 7 wurde ebenfalls nur teilweise beantwortet, da man die GEMEINSAME VERANTWORTUNG der Planungen für die Metropolregion Hamburg, wozu auch die Barbütteler Pläne gehören, nicht erwähnt.

Frage 8 entspricht wohl eher der blühenden Fantasie des Schreibers und seines Vorgesetzten. Immerhin wurden noch vor wenigen Tagen Teilnehmer für die ‚Workshops‘ gesucht, und die Beteiligung bei den Online-Vorschlägen lassen keinen anderen Schluß zu, als den einer Katastrophe, die irgendwie kaschiert werden muß.

Frage 9 wurde ebenfalls teilweise bis gar nicht beantwortet. Auch hier ist der Wunsch der Vater des Geschriebenen. Auch der Begriff ‚kritische Haltung‘ ist eigentlich gelogen, denn die Stellungnahme von BUND und NABU war VERNICHTEND! Namen werden sowieso gar nicht erst genannt. Allerdings wäre es mega-peinlich, wenn sich tatsächlich Verbandsmitglieder entblöden würden, in diesen Marionetten-Workshops mitzumachen.

Hier noch mal die Links zu meinen Fragen und zu der Antwort des Bezirksamtes:

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/03/05/brief-an-arne-klein-vom-bezirksamt-wandsbek/

https://antivictoriapark.wordpress.com/2017/03/10/4438/

Herr Weedermann-Korte hat mir auf unserer Facebook-Seite geantwortet, worauf ich ihm am 15.3. um 9.30 Uhr geantwortet habe:

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Das Bezirksamt Wandsbek antwortet auf meine Fragen an Herrn Klein!

Bezirksamtvertreter

Eigenes Fotos auf der ÖPD im Juni 2016 in Großlohe. Rechts Herr Weedermann-Korte

AW: Zitat von Ihnen und die Entwicklungen bei Rahlstedt 131

 09.03.2017 um 17:20 Uhr Mehr Informationen
Von: Weedermann-Korte, Timo

Sehr geehrter Herr Napp,

Herr Klein hat mich gebeten auf Ihre E-Mail vom 05.03.2017 zu antworten, was ich hiermit gerne tue. Zu ihren Fragen kann ich Ihnen folgendes mitteilen:

Zu Frage 1.: 

Die von Ihnen aufgegriffene Aussage von Herrn Klein entstammt der Auftaktveranstaltung zur öffentlichen Beteiligung zum „Landschaftsaufbau Große Heide“ am 20.01.2017. Hierbei handelt es sich um eine Erwiderung auf die Feststellung eines Bürgers, dass das vorhandene Angebot an Wegen und Naherholungsangeboten in der Feldmark bereits ausreichend sei. Darauf wurde von Herrn Klein erwidert, dass neben der ökologischen Aufwertung von  Flächen zum Ausgleich über keine weiteren Maßnahmen (z.B. Wege, Bänke etc.) nachgedacht werden müsse, wenn die Bürger dieses nicht wollten. Die Ergebnisse der Workshops seien abzuwarten. Die Aussage war nicht bezogen auf das gemeinsam geplante, interkommunale Gewerbegebiet von Hamburg und Stapelfeld.

Zu Frage 2.:

Nachdem der Stapelfelder Gemeinderat über erste Zwischenergebnisse des zurzeit in der Erarbeitung befindlichen Verkehrsgutachten durch den beauftragten Verkehrsplaner unterrichtet wurde, nehmen die Vertreter der Gemeinde Stapelfeld sowie der Verwaltung des Amt Siek weiterhin an den Sitzungen der Lenkungsgruppe teil. Aufgabe der Lenkungsgruppe ist dabei nicht Verhandlungen über bestimmte Planungsinhalte zu führen, sondern den Austausch der verwaltungsseitigen Arbeits- und Fachebenen beider Länder zu fördern.

Zu Frage 3.: 

Mit Abschluss des derzeit in Bearbeitung befindlichen Verkehrsgutachtens wird eine Entscheidungsgrundlage vorliegen, welche verkehrlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Gewerbegebietsentwicklung erforderlich sind. Hierzu zählt auch die Frage, ob und in welchen Bereichen ein Ausbau der L 222 erfolgen sollte. Um diesen Prozess insgesamt transparent zu gestalten, ist die Durchführung einer Informationsveranstaltung zum Thema Verkehr vorgesehen. Zeitpunkt und Ort stehen noch nicht fest. Ziel ist es, die Veranstaltung im 2. Quartal 2017 durchzuführen.

Zu Frage 4.:

Das Bezirksamt geht davon aus, dass die erforderlichen Flächen durch die WAS erworben werden können.

Zu Frage 5.:

Der Altlastenverdacht auf dem von Ihnen beschriebenen privaten Grundstück ist dem Bezirksamt bekannt. Diese liegt am Rand des sich bis zur BAB A1 erstreckenden Betrachtungsraums für den Landschaftsaufbau der Großen Heide. Auch kann ich Ihnen mitteilen, dass diese Fläche nicht als Wohnbaufläche im Flächennutzungsplan enthalten war und auch nicht von der 110. Änderung des Flächennutzungsplans betroffen war. Die bis zu dieser Änderung des Flächennutzungsplans dargestellte Trasse zur Verlängerung des Ring 3 verlief westlich von dieser Fläche.

Eine Untersuchung der Altlastverdachtsfläche oder anderer Flächen zwischen Rahlstedt und Stapelfeld auf etwaige Bodenbelastungen war im Rahmen des Gutachtens zur länderübergreifenden und interkommunalen  Gewerbeflächenentwicklung nicht erforderlich, da es sich um strategisches Gutachten handelt, das dazu diente Potenziale für eine mögliche Gewerbeentwicklung in dem Untersuchungsraum zu identifizieren. Im Bebauungsplanverfahren sind mögliche Bodenbelastungen im Rahmen der Abwägung zu berücksichtigen. Abgesehen von den zwei Altlastverdachtsflächen auf dem Grundstück zwischen dem Weg Bachstücken und der Stellau liegen keine Hinweise auf Bodenbelastungen vor, die weitergehende Bodenuntersuchungen hinsichtlich Bodenbelastungen im Rahmen des Bebauungsplanverfahren erfordern würden.

Zu Frage 6.:

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Rahlstedt 131 werden derzeit folgende Gutachten erarbeitet, die im Rahmen der Umweltprüfung zum Bebauungsplan ausgewertet  werden:

  • Biotopkartierung,
  • Boden- und Baugrundgutachten,
  • Gefahrenerkundung Kampfmittelverdacht
  • faunistische Untersuchungen,
  • Artenschutzfachbeitrag,
  • FFH-Verträglichkeitsvorprüfung,
  • grünordnerischer Fachbeitrag einschl. Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung,
  • klimaökologische Untersuchung,
  • schalltechnische Untersuchung,
  • Oberflächenwasserkonzept und hydraulische Berechnung Stellau,
  • Verkehrsplanerische/-technische Untersuchung.

Die Gutachten werden zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs einzusehen sein. Ein entsprechender Gutachtenbedarf besteht auch für das Stapelfelder Bebauungsplanverfahren. Teilweise werden auch gemeinsame Gutachten wie zum Beispiel zum Thema Verkehr und Kima erstellt.

Zu Frage 7.:

Die seitens der Gemeinde Barsbüttel verfolgten Pläne zur Erweiterung deren Gewerbegebietes Richtung Stapelfelder Moor stellt ein eigenes Verfahren da. Über die Vorschläge des Gutachtens zur länderübergreifenden und interkommunalen Gewerbeflächenentwicklung  hinausgehende Gewerbeentwicklungen werden durch das Bezirksamt nicht unterstützt. Die Position des Bezirksamtes können Sie der Drs. 20-4055 entnehmen, die im letzten Planungsausschuss öffentlich beraten wurde.

Zu Frage 8.:

Der begonnene Beteiligungsprozess zum „Landschaftsaufbau Große Heide“ stellt eine Chance für die Bürgerinnen und Bürger dar, sich frühzeitig mit ihren Vorstellungen, Anregungen und Wünschen sowie ihren Kenntnissen über den Raum einzubringen. Für die Workshops haben sich inzwischen ausreichend Vertreter unterschiedlicher Nutzergruppen angemeldet, so dass die Workshops gut arbeiten werden können. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Beteiligung kann dann das Konzept für die Große Heide weiter ausgearbeitet und konkretisiert werden. Erst dann können für die sich daraus ergebenen Maßnahmen Strategien für die Umsetzung entwickelt werden. Grundsätzlich ist aber auch vorgesehen, dass Maßnahmen durch die Entwickler der Gewerbegebiete übernommen und umgesetzt werden. Zunächst ist der gerade begonnene Beteiligungsprozess abzuwarten.

Zu Frage 9.:

Das Bezirksamt hat bereits zum länderübergreifenden Gutachten die Naturschutzverbände frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden. Auch im Bebauungsplanverfahren werden diese als Träger öffentlicher Belange weiterhin beteiligt. Dass die Verbände gegenüber Planungsvorhaben “auf der grünen Wiese“ eine kritische Haltung einnehmen, ist nicht überraschend, schließlich ist der Einsatz für den Erhalt der natürlichen Umwelt ein zentrales Anliegen dieser Verbände. Deren Stellungnahmen werden Teil des Abwägungsmaterials.

Beim „Landschaftsaufbau Große Heide“ spielen neben den unterschiedlichen Nutzergruppen auch die Verbände eine wichtige Rolle. Deren Kenntnisse und Sichtweisen sollen bei der anstehenden Konzeptentwicklung aktiv genutzt werden.

Ich hoffe Ihre Fragen soweit möglich ausreichend beantwortet zu haben und verbleibe

Mit freundlichem Gruß
Timo Weedermann-Korte
__________________________________________

Bezirksamt Wandsbek
Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung
Abteilungsleitung Bebauungsplanung
Am Alten Posthaus 2, 22041 Hamburg
Fon: 428 81 – 3034, Fax: 427 90 – 9396
E-Mail: Timo.Weedermann-Korte@Wandsbek.Hamburg.de

http://www.hamburg.de/wandsbek/bebauungsplaene/
http://www.hamburg.de/planportal/

Presseschau vom 8.3.2017

In dem heutigen Wochenblatt gab es einen ordentlichen Artikel (außer daß Wolfgang falsch geschrieben wurde) über den ‚Spaziergang durch die Feldmark.

Auch der leserbrief vom NABU war einigermaßen, außer, daß die sich immer irgendwie ein Hintertürchen offenhalten, bei der man zwar klagen aber nicht KLAGEN will!

Wochenblatt080317SpaziergangFeldmarkStapelfeld

https://www.bargteheideaktuell.de/allgemein/42388/autobahnanschlussstelle-stapelfeldbraak-und-landesstrasse-222-ausbauen/

Und in diesem Artikel von Barteheide Aktuell vom 7.3.2017 plädiert der Stormarner CDU-Abgeordnete Koch vehement für den Ausbau der L 222 und die Gewerbegebiete!

Dazu habe ich ihm folgende Mail geschickt:

An: tobias.koch@t-online.de
von: joern.napp@web.de
8.3.2017  15.54 Uhr
Sehr geehrter Herr Koch.
 
Zunächst möchte ich mich vorstellen.
Ich heiße Jörn Napp und bin einer der Vertrauenspersonen der Bürgerinitiative ‚Kein Rahlstedt 131‘.
Das hört sich zunächst nur nach Hamburg an, der auch viele Stapelfelder und Stormarner Anwohner gehören zu uns und unterstützen uns.
 
Ich habe mit einiger Verwunderung Ihren Beitrag gelesen, der sich mit dem unbedingten Ausbau der L 222 befaßt, zu dem auch der Ausbau der Auffahrt Stapelfeld zur A 1 gehört.
 
Für mich ist es besonders bemerkenswert, daß es Ihre Partei ist, die offensichtlich unbedingt dieses Gewerbegebiet will, obwohl ihre Schester, die CDU in Wandsbek, inzwischen begriffen hat, daß dieses nicht nur massenweise neuen Verkehr bringen würde, sondern es auch noch in jeder Hinsicht überflüssig ist, da es, zumindest in Hamburg, noch viele freie Gewerbeflächen oder Sanierungsgebiete gibt, die bebaut werden könnten.
 
Der Ausbau der L 222 ist schon deswegen sehr schwierig bis fragwürdig, weil nördlich davon das NSG Höltigbaum liegt, südlich davon aber viele hundert alte bis sehr alte unter Schutz stehende Bäume stehen, die gefällt werden müßten.
 
Und auch die Idee mit den Lärmschutzwänden ist nicht gerade sinnvoll, denn  diese halten vielleicht bedingt den Lärm ab, nicht aber die Abgase der Autos! Das dürfte auch Ihnen bewußt sein.
 
Daß sich Schleswig-Holstein, obwohl sie doch (auch die SPD dort) zu den Begründern der Metropolregion Hamburg gehören, sich zögerlich zeigt, Geld für den Ausbau zu geben, hat sicherlich nichts mit Naturschutz zu tun (auch nicht bei den GRÜNEN), sondern mit einer absoluten Geldknappheit.
 
Und die Pläne, die mittelfristig für diese Gegend bestehen, zeigen nachweislich, daß es nicht bei diesem Gewerbegebiet bleiben würde, sondern daß bis zu 1000 ha zwischen Großlohe und Trittau bis nach Barsbüttel zubetoniert würden!
Barsbüttel ist ja gerade dabei, den Ausbau bis 50 m an das NSG Stapelfelder Moor hinauszutreiben, was ja sogar Hamburg unruhig macht.
Ich nehme mal an, daß Sie selber kaum neben so einem Gebiet, so einer Straße und deren Verkehrsbelastung wohnen möchten. WIR aber sollen das klaglos tun. Und wenn die L 222 nicht ausgebaut würde, ginge der Verkehr ungebremst durch Stapelfeld hindurch, es sei denn, die alte Forderung von Krieger (Möbel Höffner) würde wieder zum Leben zurückgerufen: Der Ring 3.
 
Bitte laden Sie sich mal meine Schrift, die inzwischen in Hamburger Kreisen als GEGENGUTACHTEN läuft, herunter und lesen Sie diese aufmerksam.
Sie basiert ausschließlich auf öffentlichen Dokumenten, Zeitungsartikeln und einigen eigenen Beobachtungen bei Sitzungen der Ausschüsse etc.
Da beweise ich Ihnen klipp und klar, daß hier überall, egal auf welcher Seite, die Bevölkerung belogen und betrogen und im Unklaren gelassen wird, was die tatsächlichen Pläne sind.
 
Und auch die Sache mit den Arbeitsplätzen hat sich längst als Illusion erwiesen. Der gleiche Investor, Herr Jebens, vom Merkurpark will ja jetzt dieses Gebiet. Damals für den Merkurpark hatte er 6000 Arbeitsplätze versprochen, aber weniger als 600 arbeiten heute dort, von denen nahezu keiner tatsächlich neu entstanden ist.
 
 
MfG
Jörn Napp
Bachstückenring 5
22149 Hamburg
Tel: 01755825443

Was haben Stapelfeld und die italienische Camorra gemeinsam?

NATÜRLICH NICHTS! Hoffe ich wenigstens!

„Alles, was das Leben bedroht, muss verboten sein. Jede Generation muss die Interessen der kommenden Generationen wahrnehmen.“

– Jacques Attali

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Foto: Correctiv

Trotzdem muß ich über ein paar Dinge nachdenken, die sowohl das kleine Örtchen Stapelfeld als auch die neapolitanische Camorra betreffen.

Direkt neben dem Örtchen bei Braak liegt die Müllverbrennungsanlage MVA Stapelfeld. Sie ist inzwischen eine Art Wahrzeichen des Dorfes geworden, denn ihr Schornstein ist schon von Weitem zu sehen, egal, von welcher Seite man kommt.

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Dieses Kraftwerk sorgt schon seit vielen Jahren für Strom und Fernwärme unseres Bezirkes, indem es den Abfall verbrennt, der vorzugsweise in Hamburg entstanden ist. Die Region Stormarn dürfte keinesfalls genug Müll liefern, so daß es bisher Verträge mit Hamburg zur Entsorgung des Mülls gab.

Da aber die Hamburger immer fleißiger den Müll sortieren, und ja nur Restmüll zur Verbrennung gelangen darf, ging dieser Art Anlagen langsam aber sicher der ‚Brennstoff‘ aus.

Und so kam es, daß Hamburg 2015 die erste seiner MVAs schloß!

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article142613840/Zu-wenig-Muell-Aus-fuer-Muellverbrennungsanlage.html

Unser Umweltsenator Kerstan, der ja auch in die Planungen um den Victoria-Park und die bisher unbekannt Mülldeponie in Großlohe tief verstrickt ist, hatte hier endlich mal Gelegenheit, sich als ‚Umweltheld‘ aufspielen zu können.

Aber der Artikel enthielt auch etwas, das ich bisher noch nicht wußte:

Hinweise auf einen flotten MÜLLTOURISMUS zu unseren MVAs, darunter auch die in Stapelfeld! Mangels eigenem Abfall transportierte man Müll aus Groß Britannien und ITALIEN heran! Man stelle sich mal das für die Umwelt vor, da ja gerade DIE GRÜNEN immer wieder lange sinnlose Transportwege anprangern.

Zitat: Hinzu kam, dass die Kapazitäten der vier Anlagen in den letzten Jahren selbst durch Verträge, nach denen einige hunderttausend Tonnen Müll aus den Umlandkreisen mitverbrannt wurden, nicht voll ausgeschöpft werden konnten. Immer wieder hatte die Stadtreinigung auch Müll aus anderen Ländern importiert.

Im Jahr 2014 beispielsweise wurde Abfall aus England verbrannt. Ein anderes Mal kam der Müll für Hamburgs Öfen aus Italien.

Diesen Mülltourismus prangerte ich dann auch an, zumal der durch die neuen Gewerbegebiete ja noch verstärkt würde, diese also mit Müll aus Italien beheizt und mit Strom versorgt würden!

Der SPD-Angeordnete Ole Thorben Buschhüter schrieb mir dazu:

Ich zitiere einmal aus meiner eigenen Schrift ‚Chronologie des größten geplanten Umweltverbrechens‘ vom Stand 7.3.2017:

https://www.dropbox.com/s/75zz11g5ruljsdw/Chronologie%20des%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20geplanten%20Umweltverbrechens%20070317.docx?dl=0

„Mit der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld hat das Ganze nur wirklich überhaupt nichts zu tun. Sie liefert auch Strom, quasi als eigenes Abfallprodukt, aber ja nicht gezielt für das Gewerbegebiet, sondern speist in das allgemeine Netz ein. Wenn es sie nicht mehr gäbe, stünde trotzdem genug Strom aus anderen und hoffentlich ökologischeren Quellen bereit. Mit der Fernwärme sieht es ähnlich aus. Das Gewerbegebiet an das von HanseWerk Natur betriebene Fernwärmeverbundnetz Hamburg-Ost anzuschließen ist nur vernünftig. Die MVA ist aber nur ein Wärmelieferant von vielen in diesem Verbundnetz. Die Wärmeversorgung kann auch mit den übrigen Erzeugungsanlagen gewährleistet werden, die MVA ist dafür nicht nötig.“

Nun ja, noch verbrennt diese aber Müll, der aus England oder Italien herangekarrt wird, denn es gibt aus Hamburg oder Schleswig-Holstein nicht mehr genug zum Verbrennen. Die EEW (EON Energy from Waste, der Betreiber der MVA) hat bisher keine Pläne, dieses Kraftwerk stillzulegen! Und, egal, ob das Ganze nun in ein zusammenhängendes Netz gespeist wird, es ist doch an der Versorgung dieser neuen Gewerbegebiete beteiligt.

Na ja, dass hört sich an, wie bei den Atomkraftwerken, die ja auch ’nur‘ ihren Strom in das Verbundnetz einspeisen, ich also folglich gar keinen Atomstrom aus meiner Stecksose beziehe!? Die Logik der Politik ist schon manches Mal wirklich bemerkenswert.

Und JETZT komme ich zu meinem eigentlichen Thema, denn es geht mir hier um DEN MÜLL AUS ITALIEN!

Schon seit vielen Jahren erschüttert ein Müllskandal nach dem anderen diese unsere Republik. Und immer wieder sind es illegal eingeführte Müllberge, mit denen skrupellose Menschen einen gigantischen Reibach machen. Und immer wieder stammen diese Abfälle aus Italien, wo nahezu die gesamte Müllabfuhr offenbar in den Händen der Camorra (Mafia) zu sein scheint. Eine Tatsache, die auch unseren Behörden bekannt sein sollte.

Schon 2010 berichtete der SPIEGL in der Nummer 9 über ‚den Unrat der Camorra‘:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-69277635.html

Abfälle aus Italien beschäftigen die Justiz: Mehr als 100 000 Tonnen Müll sollen illegal nach Ostdeutschland gelangt sein – und retteten eine zu große sächsische Deponie vor der Pleite….

Aber wohl überdimensioniert. Denn die Sachsen machten nicht genügend Dreck. Müll musste her. Aber von wem? Das war das Problem von Konrad Doruch, dem Chef-Akquisiteur der Deponie.
Und so fanden Signore Miracle und Herr Doruch zusammen. Fast täglich ließen sie ab April 2007 Güterzüge mit Müll aus Neapel nach Großpösna fahren.
Es schien ein guter Deal, für beide Seiten. Doch manches spricht dafür, dass er einen entscheidenden Nachteil hatte. Er verstieß offenbar gegen eine ganze Reihe von Strafparagrafen. Vom unerlaubten Umgang mit gefährlichen Abfällen über Bestechung bis hin zur Bildung einer kriminellen Vereinigung. …
 .
Die italienisch-deutschen Müllschiebereien gewähren Einblick in eine Branche, die boomt. Nach Untersuchungen des Bundeskriminalamts (BKA) wurden auf deutschen Gruben und Altdeponien bereits bis zu zwei Millionen Tonnen Hausmüll illegal abgekippt. „Das Ausmaß der Abfallverschiebungen ist quantitativ und qualitiv bisher einmalig“ und werde von Behörden und der Politik vollständig unterschätzt, heißt es in einer internen Studie des BKA, das die dunklen Geschäfte mit dem Müll auf der nächsten Konferenz der Umweltminister im Juni zum Thema machen will. ….
 .
Nun, als Geld und Müll knapp waren, schickte die WEV Doruch wieder los nach Italien. Doch jetzt beschaffte er nicht mehr Industrieabfälle aus dem Norden, sondern Hausmüll aus dem Süden – aus Neapel und Kampanien, wo bei diesem schmutzigen Geschäft so gut wie nichts ohne die Camorra läuft.
Wenn die Vorwürfe der Ermittler zutreffen, verstießen die Methoden der WEV in diesem Moment gegen das Gesetz. Unrat aus Kampanien darf nicht einfach nach Deutschland exportiert werden so wie Olivenöl oder Wein.
 .
2014 schreiben die ‚Netzfrauen‘, eine sehr vertrauenswürdige Internetseite, auch schon über die deutsch-italienische Müllmafia:
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Muellmafia
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Mit illegaler Abfallentsorgung werden nicht nur in Italien Millionen ergaunert. Die Geschäfte der Müllmafia boomen wie nie zuvor. Dies ist allseits bekannt, auch die Netzfrauen berichteten bereits darüber ….
 .

Deutsche Firmen mischen eifrig mit im kriminellen Müllbusiness 

In Deutschland befinden sich überdimensionierte Entsorgungsanlagen, die nicht ausgelastet sind und gefüllt werden müssen. So bietet sich der importierte Müll aus Italien samt seiner Sondermüll-Entsorgungsmethoden an. In Deutschland wird dann der italienische Giftmüll vermischt, beispielsweise mit Erde oder anderen nicht gefährlichen Stoffen, und schon kann Giftmüll als harmloser, unschädlicher Müll etikettiert werden.

Mit Steuergeldern werden Deponien in Deutschland gebaut, wir zahlen Gebühren, um auch den Müll aus anderen Ländern zu „entsorgen“ und allseits ist bekannt, dass die organisierte Kriminalität dabei munter mitmischt.

Auch das ZDF berichtete 2013 in seiner Sendung ‚Frontal‘ über diese Zustände. Der Film ist leider nicht mehr online, dafür aber das Skript.

http://www.johannes-lichdi.de/fileadmin/user_upload/Skripte/ZDF_Manuskript_Schiebereien_der_Muell-Mafia.pdf

Nochmal aus dem SPIEGELARTIKEL von 2010:

Mit welcher Ware sich ihre Abfallhändler sanierten, interessierte die Verantwortlichen im Freistaat Sachsen dem Anschein nach nicht. Die Ermittler glauben belegen zu können, dass Vertriebschef Doruch den Großteil der italienischen Lieferung einfach umdeklarierte und den größten Teil des Unrats, insgesamt 107 000 Tonnen, gleich weiterschickte ins benachbarte Sachsen-Anhalt, zu den Müllbetrieben von Andreas Böhme. Der gelernte Kfz-Schlosser hatte zwar keine Genehmigung, Müll aus Italien zu entsorgen, aber einen Abfallschredder. Dort soll die Ware aus Neapel noch einmal ihre Identität gewechselt haben – zum „mineralischen Sortierrest“ und damit entsorgungsfähig.

Am ‚besten‘ ist hier, dass offensichtlich auch offizielle staatliche Stellen an diesen kriminellen Handlungen wissentlich teilnahmen. Warum sie das taten? Nun ja, man suchte händeringend eine Möglichkeit, wie man die Deponie sanieren könne. Und da drückte man wohl gerne einige Augen und Hühneraugen zu.

Schon im Juni 2008 schrieb der Stern:

http://www.stern.de/politik/ausland/muellskandal-das-schmutzige-geschaeft-der-camorra-3851038.html

Das schmutzige Geschäft der Camorra

In Neapel tobt ein erbarmungsloser Abfall-Krieg. Im Mittelpunkt: Die Camorra. Nun ist selbst Deutschland nicht mehr sicher vor dem Mafia-Clan: In Hamburg wurde radioaktiver Müll aufgespürt, der aus Italien herangekarrt wurde. Wer steckt hinter den schmutzigen Geschäften? ….

Nur langsam ergibt sich ein Bild, dass die Rolle der weit verzweigten kriminellen Organisation im ewigen Skandal der Abfälle beschreibt. An diesem Freitag wurde bekannt, dass Hamburg die jüngst wieder angelaufenen Mülltransporte nach Deutschland gestoppt hat, weil Spuren radioaktiven Materials in den sogenannten „Ecoballe“, den zu großen runden Ballen zusammengeschnürten Müllpaketen gefunden worden waren. …..

„Von 22 Angestellten der kommunalen Müllentsorgung waren zehn Camorristi“, zitiert „Espresso“ ein abgehörtes Telefonat, in dem Landolfis Freund und engster Mitarbeiter, Raffaele Chianese, spricht. Die Camorristi bekämen ein Gehalt, arbeiteten aber nicht für die Müllentsorgung.

Tja, und hier kommt der ZUSAMMENHANG mit unserem Problem hier zwischen Großlohe und Stapelfeld:

Können uns die Besitzer der MVA Stapelfeld, die EEW (EON Energy from Waste) GENAU erzählen, woher der von ihnen aus Italien importierte Müll stammt und ob diese Geschäfte KEINESFALL über die Camorra laufen? Ob überhaupt alles legal und umweltfreundlich abläuft?

Können uns die Betreiber der MVA Stapelfeld GARANTIEREN, dass unter dem zu verbrennenden Müll KEINERLEI GIFTSTOFFE sind!

Wir durften ja oben lesen, wie man aus Giftmüll ungefährlichen Restmüll macht!

Irgendwie ist das Alles nicht sehr beruhigend, zumal uns ja gerade hier in Großlohe im Zusammenhang mit der gerade erst bekannt gewordenen Müllkippe immer wieder erzählt wird, daß das Alles völlig ungefährlich sei, obwohl auch die überhaupt nicht wissen, was da eigentlich unter der Erde liegt!

Und auch die MAZ berichtete erst im November 2016

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Abfallskandal-Gestaendnisse-widerrufen

Neue Müllgesetze riefen Kriminelle auf den Plan

Neue Umweltgesetze hatten vor rund zehn Jahren das althergebrachte Deponieren von Müll praktisch untersagt. Abfälle mussten getrennt und wiederaufbereitet oder verbrannt werden. Das eröffnete den Müllpanschern ungeahnte Verdienstmöglichkeiten: Sie sammelten den Müll ein, kassierten von den Produzenten hohe Gebühren für die vermeintlich fachgerechte Entsorgung oder Recycling, verscharrten den Unrat aber einfach in der Landschaft – den Großteil des gezahlten Geldes sackten sie selbst ein.

Am Schluß noch ein aktuelles Filmchen zum Problem:

http://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/In-Brandenburg-tuermen-sich-riesige-illegale-Muellhalden-article17129276.html

Dreckiges Geschäft der Müllmafia

In Brandenburg türmen sich riesige illegale Müllhalden

03.03.16 – 01:34 min

In Brandenburg türmt sich der Müll. Seit der Wende werden in dem Bundesland mindestens 140 Mülldeponien aufgehäuft. Dort lagern auch gefährliche Schadstoffe. Und das letztlich zum Schaden der Steuerzahler. Denn die Betreiber sind mit den Gewinnen auf und davon – die Deponien aber müssen irgendwann teuer geräumt werden.

Und jetzt heißt es TIEF DURCHATMEN! Ist doch alles so schön gesund hier!

Neueste Ausgabe unseres GEGENGUTACHTENS!

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Für Alle, die mehr wissen wollen über die Hintergründe, die frühen Planungen und die öffentlichen Dokumente zum B-Plan Rahlstedt 131 sollten sich noch einmal meine ‚Chronologie des größten geplanten Umweltverbrechens‘ runterladen, die es immerhin schon in den Kreisen der Politik und der Verwaltung zur Bezeichnung ‚Gegengutachten‘ gebracht hat.

Zusammen mit dem Dokumentenanhang ist sie inzwischen auf 150 Seiten angewachsen und dürfte selbst für Außenstehende recht unterhaltsam zu lesen sein, denn sie zeigt dem Leser, wie sehr wir belogen und betrogen werden, nur um die Interessen des Großkapitals durchzusetzen. Und DAS von der SPD und ihren Heloten DEN GRÜNEN, sowohl in Hamburg als auch in Schleswig-Holstein! Selbstverständlich werden alle beteiligten Personen mit Namen genannt.

ALLES basiert auf öffentlichen Dokumenten, Zeitungsartikeln und meinen eigenen Erlebnissen auf Sitzungen des Wandsbeker Bezirksparlamentes und der Ausschüsse.

Ausgabe vom 15.3.2017. Derzeit etwa 160 Seiten.

https://www.dropbox.com/s/6q1h684521vmbky/Chronologie%20des%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20geplanten%20Umweltverbrechens%20150317.docx?dl=0

AUSKUNFTSANTRAG an unsere UMWELTBEHÖRDE !

Heute stellte ich einen formellen Antrag auf umfassende Auskünfte an unsere Behörde für Umwelt und Energie.

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Foto: Senator Kerstan (die GRÜNEN). Offizielles Bild.

FORMELLER ANTRAG ZU INFORMATIONEN ZU EINEM UMWELTPROBLEM IN GROSSLOHE!

Hamburg, den 06. März 2017

Sehr geehrte Dame,

sehr geehrter Herr.

Ich hatte schon einmal meine Fragen über das Altlastenkataster in Wandsbek an Sie stellen lassen, bekam aber bisher noch keine Antwort.

Deshalb jetzt noch einmal:

Als unmittelbar neben der Mülldeponie wohnender Bürger bin ich nach dem Aarhus-Abkommen berechtigt, umfassend informiert zu werden über das, was da in meiner direkten Nachbarschaft abgeht.

Während meiner Recherchen zum Victoria-Park stieß ich auf die Tatsache, daß ein größeres Gelände derzeit zum Verkauf steht, obwohl jeder davon ausging, daß dieses schon dem Investor Jebens gehören würde.

Diese Fläche liegt seit Jahr und Tag brach und ist stark verwildert.

Es stellte sich nun heraus, daß es sich bei dieser um eine Mülldeponie handelt, die auch beim Altlastenkataster Wandsbek schon registriert ist.

Was die Dinge betrifft, die dort vergraben wurden, streiten sich die Menschen. Geführt ist es ’nur‘ mit Bauschutt‘, aber ältere Anwohner sind der Überzeugung, daß dort auch massenweise ANDERE SACHEN verklappt wurden.

Herr Warnholz von der lokalen CDU ist sogar überzeugt davon, daß dort MUNITIONSRESTE der Bundeswehr liegen vom Ex-Schießplatz Höltigbaum.

Die Dame vom Kataster berichtete mir, daß es keinerlei tatsächliche Untersuchungen zu dieser Fläche und derem Inhalt gebe. Es wurde nur ‚bis zu einer geringen Tiefe‘ gemessen, was auf gut Deutsch bedeutet, daß NIEMAND weiß, was da liegt und vor sich hin rottet! Wir sitzen also sprichwörtlich auf einer tickenden Zeitbombe.

Ich beantrage hiermit formell eine Umfassende Information zu diesem Gebiet!

Meine Fragen an die BUE lauten wie folgt:

1. Sind die Grunstücke Neu-Rahlstedt 1338 und 1339 als PROBLEMFLÄCHEN bekannt?
2. Ist bekannt, was dort für Dinge abgelagert wurden? Aussagen von älteren Anwohnern berichten davon, daß dort Bauschutt und ANDERES abgeladen wurde.
3. Gibt es Messungen von eventuellen umweltschädigenden Abgasen oder Abwässern? Immerhin läuft durch diese Grundstücke die Stellau, die in das NSG Stapelfelder Moor fließt. Eventuelle Eintragungen könnten diese sensiblen Gebiete negativ beeinflussen.
Könnte allgemein das Grundwasser und damit UNSERE Sicherheit beeinflußt werden?
4. Da das Grundstück zum Verkauf steht, die möglichen Probleme aber in der Anzeige nicht benannt werden, frage ich: Weiß der Verkäufer (jetzige Besitzer) über die Probleme des Grundstückes bescheid?
5. Kann die Behörde BUE es auf Dauer ausschließen, daß von diesem Grundstück eine Gefährdung der Bevölkerung und der Natur ausgeht?
6. Für welche Art der Bebauung könnte dieses Grundstück in Zukunft genutzt werden?
7. Warum wurde dieses besagte Grundstück erst für eine Bebauung mit Wohnungen freigegeben, diese Nutzung dann aber wieder zurückgezogen?
Auch die als Vornutzer infrage kommende Firma Böttger GmbH, die mit Kies arbeitet, habe ich angeschrieben und um Auskuft gebeten.
Die haben auch bemerkenswert schnell reagiert, streiten allerdings eine Nutzung ab, was natürlich derzeit stimmt. Aber meine Frage nach einer solchen etwa in den 60er Jahren, haben sie bisher noch nicht beantwortet.
Es gibt aber Hinweise, daß es eben doch die Firma war, die damals dort den Kies abgebaut und diese Grube danach ‚geschlossen hat.
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Dazu noch eine ergänzende Frage:
Bei den Planungen zu Rahlstedt 131 soll ein Grünzug zwischen Großlohe und dem Victoria-Park entstehen. Teilweise mit einem Biotop und dann aber auch mit einem Kinderspielplatz, einem kleinen Erdbeerfeld und einem interkulturellen Garten für die jungen Menschen in unserem Stadtteil.
Diese Einrichtungen werden, wenn die Planungen durchgesetzt werden, DIREKT unter einer Hochspannungstrasse liegen.
Ist Ihnen bekannt, daß die Felder einer solchen Trasse extrem gesundheitsschädlich sind. Jedenfalls in unmittelbarer Nähe von ihnen?
Kann und darf die Umweltbehörde solche Pläne dulden oder gar gutheißen?
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Ich bitte Sie, mir meine (unsere) Fragen so schnell wie möglich AUSFÜHRLICH zu beantworten. Und auch so formuliert, daß sie rechtsverbindlich sind!
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MfG
Jörn Napp
Bachstückenring 5
22149 Hamburg
Tel: 01755825443

Brief an Arne Klein vom Bezirksamt Wandsbek

Heute habe ich dem Vorsitzenden der Planungskomission des ersten gemeinsamen interkommunalen Gewerbeparks Deutschlands zwischen Hamburg und Stormarn eine Mail mit ein paar Fragen geschrieben. Bin gespannt, ob er diese zeitnah und übnerhaupt beantwortet.

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Offizielles Foto.

Zitat von Ihnen und die Entwicklungen bei Rahlstedt 131

 An: arne.klein@wandsbek.hamburg.de
05.03.2017 um 12:24 Uhr
Von: Jörn Napp
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Hallo, Herr Klein
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Ich brauche mich natürlich nicht weiter vorzustellen, aber ich hoffe, daß Sie mir in Ihrer Funktion als Vorsitzender der Komission für den ersten interkommunalen Gewerbepark ein paar Fragen dazu beantworten können und werden.
Außerdem bin ich als DIREKTER ANWOHNER und BETROFFENER auskunftsberechtigt.
Schon unter dem Schutz des Aarhus-Abkommens §9, das Ihnen sicherlich bekannt sein wird.
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1. Frage: Auf einer Website las ich (sinngemäß) ein Zitat von Ihnen, das Sie gesagt haben sollen und welches uns natürlich hoffen läßt, daß Einsicht und Verstand langsam auch in der Politik und der Verwaltung Einzug halten.
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Sie sollen gesagt haben: ‚Wenn die Bürger keine Veränderungen wollen, dann sollen sie auch keine bekommen.‘
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Es wäre schön, wenn Sie mir dieses Zitat bestätigen oder dementieren würden.
Besser natürlich bestätigen.
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2. Da die Verkehrssituation durch das geplante Gewerbegebiet keineswegs gelöst ist, hat sich die Gemeinde Stapelfeld zunächst aus der Komission zurückgezogen.
Wie gedenken Sie nun die Verhandlungen fortzuführen, wenn einer der beiden Verhandlungsbeteiligten nicht mehr mit am Tisch sitzt?
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3. Wie stellen Sie (und die anderen Partner) sich die endgültige Lösung des Verkehrsproblems denn nun vor?
– Der Ausbau der L 222 dürfte schwierig sein, weil im Norden das NSG Höltigbaum liegt, und im Süden viele geschütze sehr alte Bäume stehen, die gefällt werden müßten.
– Eine Umleitung des wachsenden Verkehrs durch Stapelfeld ist ebenfalls außer Frage, denn die sind schon heute genug belastet!
– Die Autobahn selber ist ebenfalls schon überlastet zu vielen Zeiten des Tages. Ein weiterer Verkehr wäre unter den jetzigen Umständen nicht tragbar. Auch ein Ausbau der Auffahrten und Lärmschutzwände würden das Problem keinesfalls lösen, denn die ABGASE würden ja auch keinen Halt vor den Wänden machen!
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4. Mindestens einer der Bauern, dem große Teile des geplanten Minerva-Parks gehören, weigert sich, diese Flächen abzutreten, da man ihm nicht gemügend landwirtschaftlich nutzbare Ausgleichsfläche zur Verfügung stellt oder stellen kann!
– Was würde passieren, wenn der Minerva-Park nicht gebaut werden könnte, eben weil die Flächen nicht zur Verfügung stehen würden? Würde Hamburg dann trotzdem den Victoria-Park durchsetzen, obwohl dann der Grund für das Ganze, darunter auch die EVOZIERUNG entfallen würde? Es wäre dann ja kein staatliches Problem, sondern nur noch eines des Bezirkes, womit unser Bürgerbegehren wieder aktuell werden würde.
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5. Was ist mit den Nachbarflächen südlich des Planungsgebietes, die offenbar verseucht sind und auch das Planungsgebiet beeinflussen könnten?
– WARUM wurde in dem ‚Gutachten‘ vom Dezember 2015 keine Bodenuntersuchungen durchgeführt, obwohl das Vorhandensein einer Problemfläche bekannt war? Ist dieses dann überhaupt noch gültig?
– Diese verseuchten Flächen beinhalten den GRÖSSTEN Teil der ‚Naherholungsgebiete‘ in der sogenannten ‚Großen Heide‘. Ist Ihnen dieses Problem bekannt?
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6. Welche noch anstehenden Untersuchungen und Gutachten gibt es derzeit auf Seiten Hamburgs und Stormarns? Da Sie der Vorsitzende der GEMEINSAMEN Kommission sind, werden Sie auch über die Stormarner Seite Auskunft erteilen können und dürfen.
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7. Wie reagieren Sie auf die Entwicklungen aus der Richtung Barsbüttel, die ja keinesfalls überraschend gekommen sind, sondern seit Jahren schon voraussehbar waren? Die riesigen Flächen gehen bis auf 50 m an das NSG Stapelfelder Moor heran.
– Sie wissen, daß die mittelfristigen Planungen bis 2030, auch mit Hilfe von Hamburg, für die Metropolregion auf neue Gewerbegebiete HIER von bis zu 1000 ha gehen!
– Sie wissen, daß Krieger (Möbel Höffner) die Verbindung nach Norden fordert (die Rückkehr des Ring 3). Wie stellen Sie sich dazu?
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8. Wie stehen Sie zu der angeblichen Bürgerbeteiligung? Die Firma TOLLERORT hat offenbar Probleme, Menschen zu finden, die in den ‚Workshops‘ mitmachen möchten. Und die Flächen und auch die Ergebnisse dieser Sachen sind in keinster Weite rechtlich gesichert, wie man selber festgestellt hat.
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9. Haben Naturschutzverbände ihre Zusammenarbeit für die Planungen von Rahlstedt 131 zugesagt? Wenn ja, welche?
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Ich hoffe auf eine möglichst schnelle Beantwortung dieser Fragen. Und ich hoffe ebenfalls auch auf KONKRETE ANTWORTEN, denn mit Wischi-Waschi wurden wir schon genug abgespeist.
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MfG
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Jörn Napp
Bachstückenring 5
22149 Hamburg
Tel: 01755825443

Abenteuer Wildnis zwischen Großlohe und Stapelfeld

Wie wir ja schon erfahren haben, lud unsere Behörde unter der organisation der Firma TOLLERORT zu einem Freitagsspaziergang ein, der die Teilnehmer vom Freibad Großlohe bis nach Stapelfeld führen sollte.

Leider konnte ich wegen verminderter Geländegängigkeit an diesem Abenteuer nicht teilnehmen, aber unser Kollege Wolfgang Trede tat es und brachte uns ein paar tolle Fotos mit, von denen ich hier einige wenige zeige.

Wer sich die ganze Serie ansehen möchte, geht einfach mal hierhin und bewundert sein wirklich tolles fotografisches Können.

https://www.rahlstedt131.de/videos-bilder/

Zunächst aber einmal das Intro seines Beitrages:

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Tja, so wie ich das sehe, wurde klar unter Beweis gestellt, das eine AUFWERTUNG unserer Natur hier dringend notwendig ist!

Man bemerke diesen wirklich schauerlichen Zustand der Wege dort in dem Gelände, die zum Joggen nun wirklich nicht einladen. Sumpf, Modder und Unkraut, wohin das Auge des Wanderers blickt! Nene, so geht das nun wirklich nicht weiter!

Und dann dieses Flüßchen Stellau. Völlig unreguliert fließt das da durch die Gegend. Und dann noch dieses verbeulte und unnötige Schild da in der Landschaft? Blech! Klar!

Und hier ist ja nun der endgültige Beweis dafür, daß diese Gegend aufgewertet werden MUSS! Dem verfallenen Wegkreuz hat ja schon ein gütiger Spender ein neues hingehängt, aber der Platz zum Ausruhen schreit ja geradezu nach Herrn Jebens und dem TOLLENORT!

‚Bitte werte uns auf!‘

Ein abendlicher Spaziergang durch die Idylle

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Tja, da sehen die Kenner unserer Gegend den Weg Bachstücken kurz hinter dem Vereinshaus des KGV 590 rechterhand.

Selbst noch ohne Laub sieht es doch immer noch ganz schön aus. Allerdings macht sich jetzt, da unser Wissensstand inzwischen deutlich höher ist als noch vor wenigen Tagen, ein gewisses Gruseln breit. Den Grund kann man nicht sehen, aber man weiß, daß er da ist: Der Müll! Giftmüll? Vielleicht. Da Niemand weiß, was da eigentlich verbuddelt wurde, kann man mit Fug und Recht annehmen, daß da so manches ruht, was die Behörde nicht gerne ans Tageslicht befördert hätte!

Diese bisher geheime Mülldeponie (ok, das Altlastenkataster wußte von ihr, aber selbst unser Deponiespezi Ole Thorben Buschhüter kannte sie noch nicht, was schon was bedeutet, beginnt DIREKT an der Baumgruppe rechts. Und unmittelbar links beginnt das geplante Gewerbegebiet!

Wenn man nicht wüßte, was sich da unter dem Boden verbirgt, könnte man dieses Wäldchen geradezu als idealen Urwald bezeichnen. Das sieht so aus, als habe da Niemand in den letzten 50 Jahren je etwas getan. Entspricht ja auch der heutigen Denkweise: Zurück zum Urzustand, der ja ein Paradies für Tiere und Pflanzen ist. Vor allem, wenn er im Sommer dann auch noch so richtig schön grün ist.

Leider bin ich nicht so geländegängig, sonst wäre ich da mal reingestiegen, aber schon der äußere Anblick zeigt Reste der dortigen Kiesgrube. Die Wälle, die man deutlich erkennt, sind ganz sicher keine angelegten Knicks, sondern eindeutig Überbleibsel der Grube. Dann sinkt das Areal nach innen zu deutlich unter das Niveau des daneben gelegenen Feldes ab und wir sehr feucht. Besser gesagt modrig. Das wiederum zeigt uns, daß sich hier Regenwasser ansammelt und damit natürlich auch in den Boden eindringt. Dieses Wasser sickert dann durch den da vergrabenen Müll, gelangt ins Grundwasser und fließt dann nach Süden hin ab, wo es letztlich in der Stellau landet.

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Hier ein Blick auf das östlich der Müllkippe gelegene Feld, das offenbar genutzt wird und wohl auch darf. Dieses steht auch nicht zum Verkauf und dürfte inzwischen dem guten Jebens gehören, wobei der Wald und die Brachfläche nach Süden derzeit zum Verkauf stehen.

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Durch den Großloheweg geht es an den noch brachliegenden Flächen vorbei, die teils zum geplanten Gewerbeiet gehören, teils später als Grünfläche zur ‚Erholung‘ dienen sollen, sollte es je zum Victoria-Park kommen.

Aber es gibt einen Hoffnungschimmer, denn unser geliebtes Erdbeerfeld ist schon mit neuen Setzlingen bepflanzt, was uns zeigt, daß es auch dieses Jahr, ganz gegen die Planungen von Investor und Politik noch leckere Beerchen geben wird.

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Das wird uns auch von der Cheffin des Gartencenters bestätigt. Dieses Jahr, gegen alle Planungen, brauchen sie noch nicht wegzuziehen. Nächstes Jahr wohl auch nicht, und sie stellte fest, daß es bisher noch gar keinen genauen Termin gäbe, zu dem ein Umzug erfolgen müsse.

Was lernen wir daraus: Offenbar wissen weder Jebens noch die Behörde, was da eigentlich abgeht und wielange sich das noch hinziehen wird. Ich denke, daß wir von unserer Bürgerbewegung uns das als Erfolg auf die Fahnen schreiben dürfen. Die Organisation scheint mächtig ins Stocken geraten zu sein, und daran dürfte das Verkehrsproblem und jetzt auch noch der Müll hauptsächlich beigetragen haben.

Da wir ja gerade eine Jahreszeit haben, in der die Bäume und Büsche noch kein gnädiges Grün tragen, dürfen wir, und die Ansicht vom Gartencenter oben zeigt das schon, einen genußvollen Blick auf die PREMIUM-ARCHITEKTUR es Merkurparks werfen, die auch für unsere Fläche geplant und uns als VORBILD dargestellt wird!

Vor lauter Begeisterung beim Anblick dieser herrlichen Gebäude wünscht man sich als Bewohner, daß die endlich mit dem Bau beginnen würden, denn immerhin bedeuten sie eine nahezu unglaubliche AUFWERTUNG unserer Umgebung. Ganz so, wie es uns unser sorgender Senator Kerstan von den GRÜNEN versprochen hat.

Und auch die Politiker zitieren immer wieder das beispielgebende Vorbild des Merkurparks, der dem Investor gehört, der auch uns direkt vor die Tür solche wunderbaren Gebäude setzen will.

Sein Architekt nannte diese Pläne ein WUNDERLAND!

OK, heiliger Jebens, schenke uns dieses Land so schnell wie möglich, denn es gibt kaum etwas Ergötzlicheres zu betrachten, als diese herrlichen Bauwerke!

Und hier dürfen wir auch noch einen Blick auf den einzigen Knick im Inneren des Merkurparks werfen, der uns deutlich zeigt, in welcher naturnahen Umgebung er sich befindet. Und als Habitat für unsere kleine Haselmaus, den Feldhasen oder andere Tiere dürfte er ganz sicher einfach ideal sein.

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Übrigens hatte ja Herr Sarrazin uns schon geschrieben, daß die Flächen mit wasserdurchlässigem Materialien belegt würden, was hier auch schon der Fall ist. Das Resultat ist tatsächlich klar überzeugend. Eine Wohltat für Pflanzen und Tierwelt, das erkennt nun wirklich Jeder!

Und hier noch ein Blick von unserem geplanten Biotop auf dieses Premium-Gelände. Also wen das nicht von diesen Plänen überzeugt, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen!

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Und genau hier soll das Wahnsinnsbiotop hinkommen!

Da, wo man das Schild erkennen kann, ist der Ring 3 urplötzlich zuende. Irgendwie zu plötzlich, wenn man mich fragt. Eigentlich wäre es nun wirklich mehr als nur logisch, diesen endlich bis nach Barsbüttel zu verlängern, denn damit wären dann auch die entstehenden Verkehrsprobleme endgültig gelöst, denn ein vierspuriger Ausbau der Alten Landstraße ist ja auch nicht ganz unproblematisch wegen des Naturschutzgebietes Höltigbaum nördlich und der vielen uralten Bäumen südlich der Straße.

Aber wir dürfen ganz sicher den Beteuerungen der Herren aus Politik und Verwaltung vertrauen, die behaupten, das hier zu errichtende Biotop könne den Ring 3 endgültig verhindern. Kann es das?

Also, ich möchte wirklich zu gerne mal einen Spaziergang durch dieses wahnsinns-göttliche Gewerbegebiet mit Herrn Buschhüter, Herrn Wysocki, Herrn Schweim und Herrn Jebens machen. Natürlich auch mit etwas Presse, versteht sich. Da könnten die uns doch endlich mal hautnah die nahezu unglaubliche Architektur verklickern!