Belügen uns Behörde (BUE) und Politik?

Auf Grund eines Hinweises des SPD-Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter, der einige Kleine Anfragen an den Senat gestellt hatte, habe ich diesen Beitrag noch geändert.

Laut Buschhüter, und das bestätigte meine Überprüfung der Dokumente, handelt es sich am Hagenweg um ZWEI VERSCHIEDENE DEPONIEN!

muelldeponiewarmschild

Foto: Wochenblatt

Wenn man erst einmal anfängt, sich mit einem Thema näher zu beschäftigen, stößt man doch immer wieder auf spannende, teils aber auch erschreckende Dinge.

Wie wir ja nun schon wissen, sitzen wir direkt neben einer Mülldeponie, die angeblich NUR Bauschutt etc. enthalten soll und deshalb vehement für ‚völlig harmlos und ungefährlich‘ erklärt wird.

Nun haben wir aber direkt nördlich des NSG Höltigbaum hinter dem ‚Haus der wilden Weiden‘ zwei große Müllberge (‚Die Meiendorfer Schweiz‘), die ebenfalls ’nur‘ Bauschutt u.a. enthalten, laut Aussagen des damaligen Senates.

Dazu kommt dann noch ein kleineres Altlastengebiet am Bullenbarg, direkt neben den beiden Müllbergen, mit der Grundstücksnummer 1487.

muelldeponiehagenweg-karte

muelldeponiehagenweg-luftfoto

Foto: Google Earth

Im Juni 2013 stelle Buschhüter eine Kleine Anfrgae bezüglich der Deponie Bullenbarg (ebenfalls am Hagenweg gelegen), in der die Behörde (damals BSU) die Harmlosigkeit des dort lagernden Mülls attestierte.

http://www.buergerschaft-hh.de/ParlDok/dokument/41411/altlast-im-naturschutzgebiet-stellmoorer-tunneltal-.pdf

Deshalb gibt das Wochenblatt vom 17. Juli 2013 Entwarnung.

http://www.hamburger-wochenblatt.de/wandsbek/lokales/entwarnung-fuer-ehemalige-deponie-d10965.html

Zitat: ‚Von den auf dem ehemaligen Deponiegelände am Hagenweg eingelagerten Altlasten geht keine Gefahr für Mensch und Umwelt aus. Das teilte die Umweltbehörde auf eine Kleine Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter jetzt mit. Buschhüter hatte sich aufgrund vermehrter Fragen von besorgten Bürgern an den Senat gewandt.‘

Was hätte man wohl auch von unserer Behörde anderes erwartet?

Zitat: ‚Das zirka ein Hektar große Grundstück gehört seit mindestens 1951 der Stadt. Zwischen 1956 bis 1959 wurden dort durch die damalige Tiefbauabteilung Rahlstedt Bauschutt, Bodenaushub und Hausmüll eingelagert. Von 1969 bis 1992 diente die Fläche diversen Firmen als Lagerplatz für Boden- und Abbruchmaterialien und kompostierbare Gartenabfälle.‘

Immerhin stellt man fest, daß es da neben Bauschutt auch andere Müllarten, wie zum Beispiel Hausmüll gibt.

Zitat: ‚Für die angrenzende Bebauung bestehe aufgrund des geringen Deponiegaspotentials keine Gefahr, Gaswanderungen in benachbarte Grundstücksbereiche können aus Sicht der Behörde ausgeschlossen werden, sagt Ole Thorben Buschhüter. Eine Beeinflussung des Grundwassers durch die „Altlast“ sei ebenfalls nicht erkennbar. ‚

Unmittelbar neben dieser Deponie erheben sich aber die beiden riesigen Müllberge, deren Inhalt auch niemals wirklich festgestellt wurde, die aber derart viel kompostierbares Material enthalten müssen, da sich HIER plötzlich eine wirtschaftliche Nutzung des Deponiegases lohnt.

Dazu die Kleinen Anfragen Buschhüters.

Drucksache 19/1583 von 2008:

http://www.buergerschaft-hh.de/ParlDok/dokument/24383/ehemalige-m%C3%BClldeponie-h%C3%B6ltigbaum.pdf

Drucksache 19/6741 von 2010:

http://www.buergerschaft-hh.de/ParlDok/dokument/30143/ehemalige-m%C3%BClldeponie-h%C3%B6ltigbaum-ii-.pdf

Drucksache 20/12208 von 2014:

http://www.buergerschaft-hh.de/ParlDok/dokument/45472/ehemalige-m%c3%bclldeponie-h%c3%b6ltigbaum-iii-.pdf

Bezüglich letzterer berichtet das Wochenblatt vom 9. Juli 2014:

http://www.hamburger-wochenblatt.de/wandsbek/lokales/hamburg-energie-aus-deponie-gas-d17831.html

Zitat: ‚Vor 40 Jahren begann der Betrieb der Mülldeponie am Hagenweg. Bis 1982 wurden Hausmüll, Sperrmüll sowie Boden und Bauschutt abgelagert. Es blieben die beiden charakteristischen Müllberge. Sie sind bis heute eingezäunt, Schilder warnen vor offenem Feuer. Aus gutem Grund: In den mittlerweile zugewachsenen Hügeln entstehen gewaltige Mengen Gas.
Seit 1989 hat die Mülldeponie bereits über 42 Millionen Kubikmeter Deponiegas mit einem Heizwert von etwa 206 Millionen Kilowattstunden abgegeben. ‚

Wenn aber, trotz Ablagerungen von Bauschutt, BODENRESTE (?) und Hausmüll derartige Mengen von Deponiegasen enstehen, daß sie wirtschaftlich nutzbar sind, darf man sich doch fragen, warum die in der Nachbarschaft gelegenen Wohngebiete nicht gefährdet sein sollen? Aber immerhin versucht man, diese Gase abzupumpen und zu nutzen.

Zitat: „Deponien stehen weltweit an sechster Stelle der klimaschädlichen Methanproduzenten. Das Abfackeln konnte insofern nur eine vorübergehende Notlösung sein“, so Ole Thorben Buschhüter‘

Da dort aber, genau wie in unserem Fall in Großlohe, angeblich nahezu nur ‚Bauschutt‘ verklappt wurde, fragt man sich, wieso da derartige Mengen eines hochgefährlichen Gases entstehen können? Immerhin so viel, daß sich der Abbau lohnt und bis  heute dort nicht nur ein Zugangsverbot für die Öffentlichkeit besteht, sondern auch stricktes Rauchverbot! Könnte es passieren, daß der arme nichts befürchtende Raucher von einer plötzlichen Schlagwetterexplosion dahingerafft werden könnte?

Deponiegas (Methan) kann NUR aus organischem Müll entstehen! Also den dort erwähnten Hausmüllanteilen oder auch noch anderem Kram.

Fachauskunft über DEPONIEGAS:

http://www.deponie-stief.de/pdf/fachlit_pdf/2010buv-nms_allgemeines_ue_deponiegas_k1.pdf

Aber ES GEHT KEINERLEI GEFAHR von dieser Müllkippe aus!

Noch einmal aus der Kleinen Anfrage Ole Thorben Buschhüters (SPD) zur Mülldeponie Hagenweg 2010 (immerhin hat sich dieser gute Mann schon damals mit diesem Müllberg beschäftigt):

Drs. 19/1583

Zitat: ‚1978 fasste die Müllkommission des damaligen Ortsausschusses Rahlstedt
den Beschluss, die Deponie zur Grün- und Erholungslandschaft umzugestalten. Zur Umsetzung dieses Beschlusses erteilte das Naturschutzreferat des Bezirksamtes Wandsbek dem Landschaftsarchitekten Rüppel den Auftrag zur Aufstellung eines landschaftspflegerischen Begleitplans. Im März 1980 wurde der landschaftspflegerische Begleitplan fertiggestellt und nach Behördenabstimmung den regionalen Gremien im Mai und Juni 1980 vorgestellt.‘
.
 OK, grün ist das Gebiet inzwischen, aber zu einer ERHOLUNGSLANDSCHAFT kam es dann wohl doch lieber nicht, weil sich Senat und Behörde wohl doch nicht ganz sicher waren mit der GEFAHRLOSIGKEIT dieses Geländes.
 .
Zitat: ‚Der landschaftspflegerische Begleitplan von 1980 kann aus Sicht des zuständigen
Bezirksamts nicht als aktuelle Handlungsgrundlage betrachtet werden, weil die Müllberge derzeit für Freizeitnutzungen nicht geeignet sind (vergleiche Drs. 19/1583).‘
.
Aber es ergibt sich immer wieder der gleiche Handlungsablauf der Behörde: Zunächst einmal abwiegeln (Geld sparen!?), und dann, wenn es gar nicht mehr anders geht, zugeben und absperren! Mit der Warnung NICHT RAUCHEN oder KEIN OFFENES FEUER gibt man sich zufrieden. Ob diese Absperrung geeignet ist, zum Beispiel abenteuerliche Kinder vom Betreten des Geländes abzuhalten, lassen wir lieber mal dahingestellt.
 .
Und jetzt dürfen wir feststellen, daß auch wir in Großlohe UNMITTELBAR neben einer Mülldeponie leben, die ebenfalls ’nur‘ Bauschutt enthalten soll, und von der die Behörde und allen voran Herr Schünemann von der SPD Wandsbek behauptet
 .

ES GEHT KEINE GEFAHR VON DIESER DEPONIE AUS!‘

 
OK, bisher ist das Gelände noch zugänglich und es gibt kein Schild ‚Rauchverbot‘, aber es wurde ja bisher laut Aussage das Altlastenkatasters Wandbek auch NUR bis zu einer GERINGEN TIEFE untersucht!
 .
Tja, Herr Buschhüter (SPD) und Herr Schweim (Grüne): Wie wäre es, nun mal intensiv nachzufragen, wie es denn um unsere Sicherheit hier steht und was da bisher getan wurde?
 .
Immerhin habe wir inzwischen lernen müssen, daß wir IMMER auf böse Überraschungen von Seiten der Verwaltung und der Politik gefaßt sein müssen! Irgendwie sehr beruhigend!
 .
Und daß es auf Hamburger Gebiet offenbar noch diverse KIESGRUBEN gibt, die irgendwie nicht so ganz koscher sind, ersieht man aus diesem noch relativ aktuellen Artikel des Hamburger Abendblattes über einen Fall in Neugraben. Dabei würde es mich mal interessieren, was denn nun aus der versprochenen Untersuchung geworden ist. Und sollte diese mit dem Ergebnis GEFAHRLOS ausgefallen sein, sollte die Frage geklärt werden, warum die Schäferin dort nicht mehr ihre Viecher weiden lassen darf?
 .
 .
Aber irgendwie beruhigt es uns doch (?), daß unsere tapferen Politiker sogar noch im Januar 2017 plötzlich für eine Altlastensanierung der verseuchten Flächen eintreten! Und das, obwohl die Behörde ja für solche Sachen kein Geld hat!?
 .
 .
Zitat: ‚Der Senat wird ersucht,
1. ein Konzept zu entwickeln, das – unter Wahrung des Verursacherprinzips – eine
zügigere Bearbeitung der Boden- und Grundwasserbelastungen und die Altlastensanierung von betroffenen städtischen und privaten Flächen ermöglicht;‘
 .
Na, dann man los, Leute! Oder wollt ihr solche Aufforderungen nur als Feigenblatt für angeblichen Aktivismus gegenüber dem unmündigen Bürger nutzen?
.
Noch ein netter Artikel aus dem SPIEGEL vom 11.2.1985:
 .
Zitat: ‚Überfordert zeigte sich Hamburgs SPD-Senat vergangene Woche noch von der Frage, was geschehen müßte, um die von der Gesundheitsbehörde konstatierten „erheblichen gesundheitlichen Gefahren“ der Arsen-Verseuchung auszuschalten. Nachdem Messungen eine Überschreitung der zulässigen Werte um das Zehn- bis Fünfzigfache ergaben, müsse, mutmaßte ein Funk-Kommentator, womöglich „halb Hamburg umgegraben“ werden.‘
.
Jou, das sehe ich genauso!
 .
‚Vergiftet sind gewaltige Areale – sei es großflächig, etwa durch die Abgasfahnen von Industriebetrieben, sei es punktuell, vor allem durch die Ablagerung von Abfällen.‘
 .
und
.
‚Milliarden wird allein die Sanierung alter Müllkippen verschlingen: Rund 50 000 geordnete und wilde Deponien, verfüllte Bombentrichter und zugeschüttete Gräben gibt es in der Bundesrepublik, und von kaum einer amtlich so genannten Altlast ist bekannt, was genau in ihr steckt.  ‚
 .
Hatte ich das nicht schon festgestellt?
 .
Aber es geht natürlich KEINE GEFAHR aus! Versteht sich von selber!
Und dann noch diese netten Artikel (der Tipp kam von Wolfgang Trede) aus dem Abendblatt Stormarnausgabe von 2002, wo in Barsbüttel eine ganze Siedluing abgerissen werden mußte wegen einer Müllkippe:
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