MISSACHTET die Umweltbehörde ihre FÜRSORGEPFLICHT?

Artikel aus dem Hamburger Abendblatt:

http://www.abendblatt.de/hamburg/wandsbek/article208233645/Wohnungsbau-auf-Ex-Muelldeponie-in-Farmsen.html

13.09.16

Sanierung

Wohnungsbau auf Ex-Mülldeponie in Farmsen?

Von Axel Ritscher

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Wohnungsbau Symbolbild                              Foto: dpa

SPD und Grüne wollen das 64.000 Quadratmeter große Grundstück in Farmsen sanieren – 40 Millionen Euro Kosten.

Hamburg.  Es ist groß, es liegt mitten in einer bestens erschlossenen Siedlung, und es liegt brach. Auf dem 64.000 Quadratmeter großen stadteigenen Grundstück am Farmsener Neusurenland gibt es nur zwei Fußballplätze, die kaum noch bespielt werden. Trotzdem steht das Land nicht für Wohnungsbau zur Verfügung. Es ist zu teuer.

40 Millionen Euro müsste die Stadt investieren, wenn sie die Fläche nutzen will, sagt die Umweltbehörde. Denn unter der Grasnarbe schlummert Gift. Wer das Grundstück bebaut und damit versiegelt, müsste vorher sanieren. Zwischen den 1940er-Jahren und 1966 wurden am Neusurenland Haus- und Sperrmüll, Bodenaushub, Bauschutt und Industriemüll abgeladen. Bis in elf Meter Tiefe, so ein Gutachten von 2012, sei der Müll zu finden. 380.000 Kubikmeter bzw. rund 684.000 Tonnen Aushub müssten abgefahren und für Preise zwischen 15 und 55 Euro pro Kubikmeter deponiert bzw. verbrannt werden.

Dazu kämen Kosten für die Planung und Überwachung der Sanierung, die Baugrubensicherung durch Spundwände, die Bauwasser-Infrastruktur sowie die Verfüllung der entstehenden Grube. „40 Millionen Euro, das ist teuer, ja. Aber wir sollten das anpacken und das Geld aufbringen“, sagt der Farmsener SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Lars Pochnicht. „Das Grundstück eignet sich wegen seiner innerstädtischen Lage, der Nähe des Bahnhofs und der Schulen und Kitas in der Umgebung ausgesprochen gut für Wohnungsbau.“

Auch Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (SPD) hat dem Senat vorgeschlagen, das Grundstück zu sanieren und für Geschosswohnungsbau zu verkaufen, um Teile der Kosten wieder einzuspielen. Die Umweltbehörde aber hat dergleichen nicht vor. Selbst wenn sie wollte, sie könnte gar nicht sanieren. Sie hat dafür einen jährlichen Etat von nur rund 3 Millionen Euro. Kontaminierte Flächen werden folgerichtig in der Regel liegen gelassen, bis eine akute Gefahr von ihnen ausgeht.

Es gibt in Hamburg 377 Altlasten

Aber angesichts des Drucks auf dem Wohnungsmarkt und der immer neuen Grünflächen und Landschaftsschutzgebiete, die für den Wohnungsbau rekrutiert werden, wollen die Grünen und auch die SPD umsteuern. „Es ist ein dickes Brett, was wir da bohren müssen“, sagt der stadtplanungspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Dirk Kienscherf. „Aber wir können solche Flächen nicht länger liegen lassen.“

Hintergrund ist die zunehmende Konkurrenz von Naturschützern, Gewerbetreibenden und Wohnungsbauern um die raren städtischen Flächen. Außerdem gilt in Sanierungsfragen eigentlich das Verursacherprinzip, was letztlich den Grundstückseigentümer trifft: Wer das Gift in den Boden gebracht hat, sollte es auch wieder herausholen. Laut Umweltbehörde gibt es in Hamburg 377 Altlasten, die zwecks neuer Nutzung auf eine Sanierung warten. Dazu kommt eine unbekannte Zahl aus den noch nicht abschießend untersuchten 1371 „altlastenverdächtigen Altstandorten“. Einen Zeitplan oder eine Liste der primär anzugehenden Grundstücke gibt es noch nicht. „Wir sind in Gesprächen“, sagte Kienscherf.

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Wenn ich diesem hervorragenden Artikel des Herrn Ritscher glauben darf, hat die Hamburger BUE unter der Führung des GRÜNEN Senators Kerstan es bisher unbeabsichtigt oder sogar willentlich (meine Meinung) verabsäumt, zunächst einmal die tausende Hektar von Problemflächen zu sanieren und zu bebauen, bevor sie daran geht, ihre Erlaubnis zur Zerstörung von Landschaftsschutzgebieten, wie zum Beispiel im Fall des Victoria-Parks zu geben!

Sie behaupten zwar, man habe für solche Untersuchungen und darauffolgende Sanierung kein Geld, aber das rechtfertigt NICHT die leichtsinnigen Äußerungen in unserem Fall, ES GÄBE KEINE DAVON AUSGEHENDEN GEFAHREN! Dann MUSS eben mehr Geld aufgebracht werden, bevor man an Olympische Spiele und sonstigen Stadtmüll denkt!

Die wissen überhaupt nicht, was da GENAU unter der Erde liegt, und behaupten so etwas!

Nehmen wir mal an, es würden irgendwann mal Schadstoffe austreten und uns gefährden, dann würden die, allen voran Herr Schünemann von der Wandsbeker SPD, behaupten, sie hätten so etwas nie behauptet oder gesagt, sondern seien schlicht mißverstanden worden!

Nun habe ich ja bei der BUE nachgefragt, aber bisher noch keine Antwort erhalten, wenn man von dem dumm-dreisten Spruch des Herrn Schünemann mal absieht!

WIR HABEN EIN RECHT AUF UMFASSENDE INFORMATIONEN, liebe Behörde und Herr Senator Kerstan! GERADE DIE GRÜNEN sollten das hoffentlich wissen! Aarhus läßt grüßen!

http://www.juraforum.de/lexikon/auskunftspflicht-behoerden

Jede Behörde hat in einem Verwaltungsverfahren die Pflicht, dem Beteiligten eine Auskunft und Beratung über die Rechte und Pflichten, die ihm zustehen, zu erteilen. Diese Auskunftspflicht der Behörden gegenüber dem Beteiligten erfolgt im Rahmen der Fürsorgepflicht und ist in § 25 S. 2 VwVfG) und den entsprechenden Gesetzen der Länder geregelt. Gegenüber Dritten ist in der Regelnnur der Behördenleiter zur Auskunft berechtigt.

1. Grundsätze der behördlichen Auskunftspflicht

Die Auskünfte der Behörden

  • dürfen nur gegenüber dem direkt im Verwaltungsverfahren Beteiligten erteilt werden;
  • müssen einen inhaltlichen Bezug auf ein bestimmtes Verwaltungsverfahren haben;
  • werden nur erteilt, wenn eine entsprechende Erfordernis für die Auskunft besteht;
  • mit rechtsberatender Wirkung sind ausgeschlossen.

In der Regel erteilen die Behörden Auskünfte nur dann, wenn der Beteiligte einen entsprechenden Antrag stellt. Allerdings ist die Behörde zur Beratung verpflichtet, wenn ein Beteiligter
•nicht die wesentlichen Vorschriften kennt, die die Grundlage für die Verfolgung seiner Rechte bilden;
•durch juristische Unkenntnis oder Unerfahrenheit im Umgang mit Behörden nicht um die Erteilung der Auskünfte bitten kann;
•versehentlich oder aus Unkenntnis einen Antrag fehlerhaft gestellt hat, damit dieser korrigiert wird.

Die Beratung der Behörde darf gemäß § 21 VwVfG nicht einseitig erfolgen, auch wenn der Beteiligte ein gegensätzliches Interesse verfolgt, da der Behörde ansonsten Parteilichkeit vorgeworfen werden könnte.

Eine behördliche Auskunft muss grundsätzlich vollständig, richtig und für den Beteiligten klar verständlich sein, da anderenfalls Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden können. Ein Verwaltungsakt ist rechtswidrig, wenn eine fehlerhafte Auskunft erfolgte bzw. die Behörde keine Auskunft erteilte.

In welchem Umfang die Behörde Auskünfte erteilt, hängt vom Verständnis des Beteiligten sowie der entsprechenden Sachlage ab. In einem Verwaltungsverfahren müssen die Auskünfte der Behörde  dem Beteiligten die Möglichkeit geben,
•seine Rechte wahrnehmen zu können;
•seine Pflichten erfüllen zu können.

Zudem müssen die Vorschriften für Datenschutz und Geheimhaltung beachtet werden.

Und hier noch ein weiterer kleiner Artikel zum Recht auf Beratung und Information durch unsere Behörden!

http://www.abc-recht.de/topthemen/expertentipps/behoerde.php

Herr Dr. Otto Bretzinger – Jurist und Journalist – erklärt in seinem Expertentipp, wie Sie Ihre Rechte gegenüber den Behörden geltend machen und durchsetzten.
Eine bürgerfreundliche Verwaltung sollte vor allem eine beratungsfreundliche Verwaltung sein. Gleichwohl steht die Beratung der Bürger nicht im Belieben der Behörde. Vielmehr hat im Verwaltungsverfahren jeder Beteiligte ein Recht auf Beratung und Auskunft durch die Behörde. Dadurch wird verhindert, dass ein juristisch nur unzureichend informierter bzw. im Umgang mit der Behörde unerfahrener Bürger die ihm zustehenden Rechte nicht in Anspruch nimmt und durchsetzt. So hat die Behörde etwa die Stellung eines Antrags anzuregen, wenn der Bürger es offensichtlich nur versehentlich oder aus Unkenntnis unterlassen hat, diesen Antrag zu stellen. Und die Behörde hat auch einen Bürger zu veranlassen, einen Antrag zu berichtigen, wenn dieser offensichtlich nur versehentlich oder aus Unkenntnis unrichtig gestellt worden ist. Die Auskunftspflicht der Behörde erstreckt sich darauf, dem Bürger Auskunft über alle ihm in dem konkreten Verfahren zustehenden Rechte und Pflichten zu erteilen. Verletzt die Behörde ihre Auskunfts- und Beratungspflicht, kann der Bürger unter Umständen sogar Schadensersatzansprüche geltend machen.

Ohne seine Akten ist der Mitarbeiter einer Behörde nur ein halber Mensch. Und die Geheimhaltung des Akteninhalts war immer das besondere Anliegen der Behörde. Gleichwohl hat heute ein an einem Verwaltungsverfahren beteiligter Bürger einen gesetzlich verankerten Rechtsanspruch, in die sein Verfahren betreffenden Akten Einsicht zu nehmen. Und es kann sich für den Bürger lohnen, von diesem Recht Gebrauch zu machen, weil er in der Akte die Motive und Beweggründe erfährt, die für die behördliche Entscheidung maßgebend sind. Wer diese Gründe kennt, kann viel effektiver seine Rechte geltend machen und durchsetzten.

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